Außenpolitische Gemeinsamkeiten: Kreml ist offen für Austausch mit erfolgreicher AfD
Der Kreml freut sich über den Wahlerfolg der AfD und sendet offene Signale in Richtung der Partei. Was steckt hinter dem russischen Applaus, und was bedeutet das für das Verhältnis zwischen Moskau, Berlin und der AfD?
Im politischen Berlin sorgt die Reaktion aus Moskau auf die jüngsten Landtagswahlerfolge der AfD für Gesprächsstoff. Kaum ein anderes Thema beschäftigt gerade so die außenpolitische Debatte: Während die Bundesregierung unter Friedrich Merz die Ukraine energisch unterstützt, rollt der Kreml der AfD förmlich den roten Teppich aus. „Imponieren uns“, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow über die Forderungen der AfD nach mehr Dialog mit Russland. Diese Offenheit sorgt für neue Dynamik zwischen den Mächten – und für wachsende Skepsis im politischen Establishment Deutschlands.
Russlands neue Hoffnung: Die AfD
Der Kreml zeigt sich begeistert vom „Erfolg der AfD bei Landtagswahlen“. Für Dmitri Peskow sind die Äußerungen der Partei zur Wiederaufnahme der Beziehungen zu Russland vielversprechend: „Natürlich erscheinen uns solche Äußerungen vorteilhafter als jene von Merz, der sich im Grunde nur durch konfrontative Äußerungen gegenüber der Russischen Föderation hervorgetan hat.“ Die AfD landete bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern mit 38 Prozent an der Spitze, in Sachsen-Anhalt Anfang September sogar bei 44 Prozent – einen absoluten Wahlsieg knapp verfehlt. Auf Bundesebene liegt sie in Umfragen bei rund 29 Prozent, während die CDU/CSU auf etwa 20 Prozent kommt.
Moskau sieht in diesen Zahlen eine Bestätigung seiner eigenen Deutung – laut Peskow sei die Unzufriedenheit der Deutschen vor allem wegen „hoher Energiepreise“. Die AfD wolle neue Energie-Deals mit Russland verhandeln. Alice Weidel und Tino Chrupalla planen laut Reuters im Frühjahr 2027 ein Treffen mit einem engen Putin-Berater, um über künftige Gaslieferungen zu sprechen.
Bündnisangebote aus Moskau und offene Fronten in Berlin
Für den Kreml ist die AfD seit Jahren ein gefragter Gesprächspartner. Schon 2020 besuchte Co-Chef Tino Chrupalla den russischen Außenminister Sergey Lavrov in Moskau. Auch 2026, trotz des Kriegs gegen die Ukraine, reiste eine AfD-Delegation zum Wirtschaftsgipfel nach Sankt Petersburg. Kürzlich kündigte Kirill Dmitrijew, zuständig für internationale Wirtschaftskontakte im Kreml, ein weiteres „Business Forum“ für 2027 an – ebenfalls mit AfD-Beteiligung.
Die Bundesregierung hingegen wird aus Moskau scharf kritisiert: Friedrich Merz gilt den Russen als „Russland-Hasser“ und „Kriegstreiber“. Putins Angebot steht längst: Bei Wegfall der westlichen Sanktionen will man Deutschland wieder günstiges Gas liefern – aber nur unter langfristigen Bedingungen, losgelöst von „politischen Umständen“.
AfD im Visier des Verfassungsschutzes – und im Fokus des Kreml
Während in mehreren Bundesländern der Verfassungsschutz die AfD als rechtsextremistisch einstuft, bleibt die Partei für Moskau einer der wichtigsten deutschen Gesprächskanäle. Alice Weidel wetterte im Frühjahr 2026 gegen die milliardenschwere Regierungshilfe für die Ukraine, nannte sie ein „Sicherheitsrisiko“ für Deutschland und kündigte einen „Kurswechsel“ bei einem Regierungswechsel an – hin zu einer „Ausgleichspolitik“ mit Russland.
Wladimir Putin höchstpersönlich schreibt den Erfolg der AfD westlichen „Fehlern in Politik und Wirtschaft“ zu. Es zeigt sich: Je mehr Berlin Moskau ablehnt, desto stärker positioniert sich die AfD als Alternative im Sinne russischer Interessen – politisch wie auch wirtschaftlich.
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