Affenpocken: WHO fordert dringend, "Zahl der Sexualpartner:innen zu verringern"

Die WHO warnt vor einem Ausbruch der Affenpocken, der "möglicherweise nicht eingedämmt werden kann". Maßnahmen sollten dringend ergriffen werden, beginnend mit der Wahl der Sexualpartner:innen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft zu dringendem Handeln auf: Die Affenpocken verbreiten sich in Europa immer weiter. Erst wurde die Gefahr als begrenzt eingeschätzt, doch nun warnt WHO-Europadirektor Dr. Hans Kluge in einem Statement, dass die Affenpocken "dringende Maßnahmen" erfordern würden.

Affenpocken: Maßnahmen müssen dringend ergriffen werden

Einschränkungen, wie sie bei der Covid-Pandemie empfohlen wurden, werde es höchstwahrscheinlich nicht bedürfen, weil das Virus anders weitergegeben würde, doch Maßnahmen, die ähnlich wie bei Covid-19 notwendig waren, müssten ergriffen werden. So schreibt Dr. Hans Kluge:

Eine wirksame Reaktion auf Affenpocken erfordert nicht die gleichen umfangreichen Maßnahmen für die Bevölkerung wie bei COVID-19, da sich das Virus nicht auf die gleiche Weise verbreitet. Aber - und das ist wichtig - wir wissen noch nicht, ob wir in der Lage sein werden, seine Ausbreitung vollständig einzudämmen. Dazu brauchen wir eine deutliche und dringende Verringerung der Exposition durch klare Kommunikation, gemeinschaftsgeführte Maßnahmen, Isolierung der Fälle während der Infektionsphase und eine wirksame Ermittlung und Überwachung der Kontakte.

Zahl der Sexualpartner:innen verringern und Aufklärung aller Menschen - egal welcher sexueller Orientierung

Die WHO fordert nun, dass Menschen ihre Zahl der Sexualpartner:innen verringern sollten, um einen Ausbruch der Affenpocken zu verhindern, so die Daily Mail. Ein Ausbruch dieses Virus, das in ein paar afrikanischen Ländern endemisch ist, und über einen Fall in Nigeria nach Großbritannien nach Europa gekommen ist, könnte "möglicherweise nicht eingedämmt werden".

Zudem betont Dr. Hans Kluge, dass die Fehler vom Beginn der Covid-Pandemie unbedingt zu vermeiden seien. Da die Übertragung meist - aber nicht nur - über sexuelle Kontakte stattfindet, warnt der WHO-Europadirektor vor Stigmatisierung. Es sei wichtig, auch die jungen Menschen aufzuklären, daher die...

...nachdrückliche Aufforderung an die Menschen - auch an junge Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung oder Aktivität -, ihr Bewusstsein für die Affenpocken zu schärfen und zu wissen, was zu tun ist, wenn sie glauben, der Krankheit ausgesetzt gewesen zu sein oder Anzeichen aufweisen, die auf die Krankheit hindeuten.

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