Schlimme Krankheit: Mann hat starke Schmerzen im Hoden. Diagnose schockiert sogar Ärzte!

Schlimme Krankheit: Mann hat starke Schmerzen im Hoden. Diagnose schockiert sogar Ärzte!

Die Medizin beweist uns immer wieder, dass der erste Eindruck täuschen kann und man daher keine voreiligen Schlüsse ziehen sollte. So auch im Fall eines 38-jährigen Mannes aus England, der aufgrund starker Schmerzen im linken Hoden ins Krankenhaus ging. Nach ausführlichen Untersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass das Leiden des Mannes von einer ganz anderen Krankheit herrührte, als zunächst vermutet.

Wenn man "Tuberkulose" hört, denkt man normalerweise automatisch an eine schwere Infektionskrankheit, die die Lunge angreift. Eine Krankheit, die große Künstler wie Maupassant, Charlotte und Emilie Brontë, George Orwell und Franz Kafka das Leben kostete und auch heute noch zu den zehn Haupttodesursachen auf der Welt zählt.

Und wenn wir mal ehrlich sind, würden wir diese Krankheit niemals mit den Hoden in Verbindung bringen. Allerdings berichtete die Zeitschrift BMJ nun von genau solch einem Fall und erinnert einen daran, dass man gefestigte Vorstellungen von Krankheiten besser nochmal überdenkt und aufmerksamer auf bestimmte Symptome achten sollte.

Anhaltende Schmerzen

Als ein 38-Jähriger, dessen Identität nicht bekannt ist, in Surrey (England) ins Frimley Park Hospital kommt, hat er bereits seit vier Tagen starke Schmerzen im linken Hoden. Die Ärzte finden eine 5x4 cm große Verdickung und diagnostizieren eine Nebenhodenentzündung, die den Samenleiter angreift. Normalerweise wird diese durch Geschlechtskrankheiten, aber auch Blasen- oder Prostataentzündungen hervorgerufen. Dem Mann wird daraufhin ein Breitbandantibiotikum verschrieben, doch die Behandlung schlägt nicht an. Also begibt er sich mit Verdacht auf Hodenkrebs erneut ins Krankenhaus.

Urogenitaltuberkulose

Aufgrund des Therapieversagens beschließen die Ärzte, weitere Tests durchzuführen, und finden heraus, dass der Mann zudem unter Ermüdungserscheinungen, Fieber und Gewichtsverlust leidet. Außerdem erfahren sie, dass er sechs Monate zuvor in den Sudan gereist ist, um seine an Tuberkulose erkrankten Cousins zu besuchen. Daraufhin führt man weitere Untersuchungen durch, darunter auch eine Entnahme der Hodenflüssigkeit, die ergibt, dass der Patient an einer Urogenitaltuberkulose leidet.

Bei der Urogenitaltuberkulose handelt es sich um eine eher seltene Krankheitsform, hervorgerufen durch Bakterien namens Mycobacterium tuberculosis, die in England gerade mal 1,6 Prozent der erfassten Tuberkulosefälle betrifft.

Auch interessant
Mann verbringt 30 Minuten mit dem Smartphone auf der Toilette: Dann muss der Notarzt kommen!

Dennoch ist die Urogenitaltuberkulose die viert häufigste Form von extrapulmonaler Tuberkulose. Meist sind Männer zwischen 20 und 60 Jahren von dieser ansteckenden Krankheit betroffen, die sich durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen und Spucke) überträgt.

Bei nicht rechtzeitiger Behandlung (meist weil es so schwierig ist, die Krankheit zu erkennen) kann es zu Niereninsuffizienz, Unfruchtbarkeit und anderen Komplikationen kommen. Nach einer sechsmonatigen Behandlung und der Einnahme unterschiedlicher Antibiotika ist der Patient heute wieder gesund.

• Maximilian Vogel
Weiterlesen
Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen