Trash Dating: So erkennst du, ob auch du Opfer bist

Trash Dating: So erkennst du, ob auch du Opfer bist

Swipen und vergessen... Gehörst auch du zu der großen Menge an jungen Menschen, die das sogenannte Trash-Dating betreiben? 

Viele Singles betreiben Trash-Dating, das heißt, sie leben die Wegwerf-Kultur in ihren Beziehungen. Dieses Phänomen ist mit der Verbreitung von Apps wie Tinder, LOVOO oder Fruitz aufgekommen. Es hat die Dating-Seiten wie Meetic aus den 2000er Jahren abgelöst, auf denen die Menschen tatsächlich noch nach Liebe suchten.

Mit den neuen Technologien ist alles einfacher – auch Sex, wie die Soziologin Catherine Lejealle gegenüber der Glamour erklärt: "Heute gibt es dank Smartphones und Flatrates keine finanziellen oder technischen Grenzen mehr. Vor 15 Jahren war es viel schwieriger, wenn man sich auf einer Dating-Webseite anmeldete: Man musste sich einen Account erstellen, seine Matching-Kriterien festlegen, warten, bis die Seite eine erste Vorauswal getroffen hatte und anfangen, Nachrichten zu schreiben, auf die man erst drei Tage später eine Antwort bekam. Heute findet man in drei Minuten per Handy jemanden, der bereit ist, eine sexuelle Beziehung einzugehen."

Nach dem Binge Watching kommt nun das Binge Dating

Inzwischen scheint es normal geworden zu sein, sich mit einer/m Unbekannten zum Sex zu verabreden. Es ist ein Trash Dating-Phänomen, das auch noch einen weiteren vielsagenden Spitznamen hat: Binge Dating. Man kann die Mechanismen, die hier am Werk sind, tatsächlich mit denen vom Binge Watching (Serien schauen ohne Ende) oder Binge Drinking (exzessives Trinken) vergleichen, wie Catherine Lejealle erläutert: "Beim Binge Dating liegt der Reiz im Exzess. Man sucht ohne Unterlass nach immer neuen One-Night-Stands und genauso wie beim Alkohol ist es dabei das Ziel, am meisten und am schnellsten zu konsumieren, ohne unbedingt an die Qualität zu denken."

Die Soziologin sieht eine Verbindung zwischen Trash oder Binge Dating und sozialen Codes, die durch soziale Netzwerke und Überinformation entsteht: "Wir leben in ständigem Aufruhr. Man kann nicht mehr einen Abend zu Hause verbringen, man muss Dinge erleben, ausgehen, die neueste angesagte Rooftop-Bar entdecken, um das Gefühl zu haben, ein erfülltes Leben zu führen".

Damit die Liebe, die wir uns selbst geben, uns Lust darauf macht, jemand anderen zu lieben...

Ein One-Night-Stand nach dem anderen, um sich lebendig zu fühlen? Man könnte denken, das wäre das Ziel, aber das ist zu bezweifeln und man fragt sich, was wirklich dahintersteckt. Catherine Lejealle ist der Meinung, dass diese Verhaltensweisen vor allem aufgrund von Angst vor Liebe, Vertrauen und Enttäuschung zustandekommen.

Auch interessant
Bier hat eine ungeahnte Auswirkung auf deine Leistung im Bett!

In einer Zeit, in der Männer wie Frauen wenig Hemmungen haben, ihren Partner zu betrügen, Scheidungen sehr häufig sind und die Bilder, die man im Fernsehen und in den sozialen Netzwerken sieht, extrem sexualisiert sind und die Menschen viel mehr auf schnellen Konsum polen, als auf die Suche nach der wahren Liebe. "Man bleibt auf diesen Apps geschützt. Wenn man sie nutzt, ist dies häufig auf eine Angst vor sich selbst und Angst vor Abweisung zurückzuführen. Wenn man einen One-Night-Stand nach dem anderen erlebt, wird man niemals auf lange Sicht Erfüllung finden... Wissen Sie, diese leidenschaftlichen Geschichten, die man in Filmen sieht und von denen man in Büchern liest – die, von denen alle träumen."

In einer desillusionierten Welt hat die Jugend vielleicht genug davon, zu träumen...

Maximilian Kunze
Weiterlesen
Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen