Klaas Heufer-Umlauf in der Kritik: Spendenaktion für Flüchtlinge endet in finanziellem Desaster
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Klaas Heufer-Umlauf in der Kritik: Spendenaktion für Flüchtlinge endet in finanziellem Desaster

Klaas Heufer-Umlauf in der Kritik: Spendenaktion für Flüchtlinge endet in finanziellem Desaster

Klaas Heufer-Umlauf kennen die meisten als Blödelpartner von Joko Winterscheidt. Wenn es sein muss, kann Klaas allerdings auch ziemlich ernst sein. Vor einem Jahr ruft er auf Instagram zu Spenden auf, die der Seenotrettung zugutekommen soll. Es kommt zwar recht viel Geld zusammen, das Ergebnis ist aber aus einem ganz anderen Grund ernüchternd.

Die Älteren unter uns kennen Klaas Heufer-Umlauf noch als Moderator vom Musiksender MTV. Vor ein paar Jahren noch führt er nach seinem Ende bei MTV zusammen mit Joachim Winterscheidt durch die Sendung Circus HalliGalli, seit 2012 sind die beiden bei Joko und Klaas - das Duell um die Welt zu sehen.

Klaas kann aber - ähnlich wie sein Kollege Joko - auch anders.

Erfolgreicher Spendenaufruf

Im letzten Jahr unterbricht der Moderator extra seine Sommerpause, um sich im Juli mit einer wichtigen Botschaft an seine Follower zu wenden. Auf Youtube spricht er über die schwierige Situation im Mittelmeer:

Im Mittelmeer ertrinken viele Menschen. Man braucht jetzt Schiffe, um jetzt ein Zeichen zu setzen, um zu sagen, wir machen weiter, und natürlich, um ganz konkret Hilfe leisten zu können.

Die Idee ist, Spenden unter dem Hashtag #Civilfleet zu sammeln, sodass Privatpersonen Schiffe chartern können, die sich auf Rettungsmission begeben. Damit auch der letzte Skeptiker, der vermutet, das Geld komme nicht dort an, wo es solle, dem Projekt sein Vertrauen schenkt, verspricht der junge Moderator, persönlich dafür zu sorgen, "dass das Geld da ankommt, wo es hin muss."

Die Aktion zeigt Wirkung und so kommen laut Welt ganze 297.036 Euro für die private Seenotrettung zusammen. Nun ist rund ein Jahr vergangen und es kommen Fragen auf, wo genau das Geld geblieben ist. Laut addendum sieht die Bilanz nüchtern aus: Bis jetzt ist nie ein Schiff zur Rettung ausgelaufen.

Immer neue Kosten

Wie die Welt weiter berichtet, muss das von der Organisation Civilfleet gecharterte Schiff Golfo Azzurro umgeflaggt werden. Allein der bürokratische Aufwand dafür verschlingt insgesamt 30.000 Euro der Spendengelder. Hier endet es allerdings noch lange nicht: Das Schiff muss teilweise zur medizinischen Versorgung der Flüchtlinge umgebaut werden und bestimmte notwendige Tests erfordern noch mehr Ausgaben. Insgesamt müssen 70.000 Euro als Darlehen bei dem Schiffseigener hinterlegt werden.

Die Reaktion von Civilfleet darauf:

Insgesamt sei ein Betrag von 206.675 Euro geflossen, nur um das Schiff einsatzbereit zu machen bzw. zu halten. Die Bestätigung von Civilfleet über die Summe steht allerdings noch aus, da "für 2018 noch kein Jahresabschluss vorliege."

Momentan wird überlegt, die Spender über den Verleibt des Gelds aufzuklären:

Insgesamt kann man uns glauben, dass es uns am meisten schmerzt, dass die ‚Golfo Azzurro‘ bislang keine Menschen retten konnte. Wir haben jedoch angesichts enormer Widerstände unser Bestes gegeben, um im Sinne der Spenderinnen die Seenotrettung im Mittelmeer wieder möglich zu machen.

Klaas Heufer-Umlauf schweigt momentan noch zu den Vorwürfen. Er habe aufgrund seiner Sendung momentan keine Zeit, Stellung zu beziehen. Schade. Wir hoffen, er holt es noch nach.

Von Simone Haug

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