Pläne für die „Hitler-Glocke" sorgen für Empörung
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Pläne für die „Hitler-Glocke" sorgen für Empörung

Herxheim am Berg hat einen neuen Bürgermeister: Den ehemaligen Pfarrer und parteilosen Georg Welker. Gegenüber der ARD-Sendung Kontraste hat sich der 71-Jährige zur sogenannten „Hitler-Glocke“ geäußert. Und damit den Zentralrat der Juden gegen sich aufgebracht.

Im Interview mit dem ARD-Politikmagazin hatte der pensionierte Pfarrer gesagt, dass er die „Hitler-Glocke“ hängen und auch wieder läuten lassen wolle. Seinen Entschluss hatte er damit begründet, dass er in der Glocke das Leid der Menschen höre, die unter der NS-Zeit gelitten haben.

Momentan hängt die umstrittene Glocke zwar im Turm der Jakobskirche Herxheim am Berg. Sie läutet aber nicht.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, zeigt sich empört über die Aussagen Welkers. Eine Glocke, auf der „Alles fuer's Vaterland, Adolf Hitler“ geschrieben steht, könne nicht zum Gedenken an die Nazi-Verbrechen dienen. Dies „kommt einer Verhöhnung dieser Menschen gleich“, so Schuster. Ihm fehle das Verständnis dafür, dass die Glocke im Turm hängen bleiben und tatsächlich wieder in Betrieb genommen werden soll.

Welkers Wortlaut war gewesen: „Ich sage nur: Ich höre die Opfer, das waren auch deutsche Bürger, also nicht nur die jüdischen.“ Darauf Josef Schuster: „Will er damit andeuten, die Juden damals seien keine deutschen Bürger gewesen?“

Demnächst soll der Gemeinderat zu dem Thema tagen. Er wird entscheiden, was mit der Glocke passieren soll. Seit 1935 hängt die mit einem großen Hakenkreuz versehene Glocke in der protestantischen Kirche St. Jakob. Zuletzt sorgte ein Hakenkreuz-Fund in Hamburg für ähnliche Diskussionen.


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