Notarzt über Zusammenbruch durch Omikron: "Darin sehe ich die größte Gefahr der nächsten Welle"

Nach Weihnachten und Silvester vermutet das RKI eine Omikron-Welle. Und das nicht nur aufgrund zahlreicher Versammlungen, sondern auch wegen fehlender Auffassung von Infektionsfällen.

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"Die Lage ist sehr, sehr kritisch – und wird von der Politik nicht klar kommuniziert", warnt Holger Berens, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands für den Schutz kritischer Infrastrukturen im t-online-Interview.

Weniger Testmöglichkeiten

Während der Feiertage sind sowohl Teststationen als auch Arztpraxen seltener für Antigen- und PCR-Tests geöffnet, weshalb die Zahl der mit Covid-19-Infizierten deutlich höher sein müsste, als die aktuell Veröffentlichten es zeigen. Laut RKI seien aussagekräftige Infektionszahlen erst ab dem 10. Januar zu erwarten.

Doch nicht ein schwerer Verlauf einer Covid-19-Infektion sei das besorgniserregend an der Omikron-Variante. Ein Notarzt deutscher Klinken führt als zentrales Problem an:

Selbst viele milde Krankheitsfälle und Quarantänen können das Gesundheitssystem komplett zum Zusammenbruch bringen, wenn die Zahl der Impfdurchbrüche steigt. Der Personalmangel ist nicht zu kompensieren. Darin sehe ich die größte Gefahr der nächsten Welle.

Infrastruktur bricht zusammen

Dadurch komme es auch zu verheerenden Ausfällen in anderen Arbeitsfeldern, die die Infrastruktur zusammenbrechen lassen könnten, wie die WHO bereits im Dezember andeutet.

Vor allem die Krankenhäuser würden darunter leiden. Pflegepersonal, an dem es ohnehin mangelt, fehlt nun wegen der aktuellen Quarantäne-Verordnungen.

"Die neue Omikron-Variante hat eine verheerende Auswirkung auf Londons Feuerwehr", berichtet Jon Lambe, Regionalsekretär der Fire Brigades Union von der aktuellen Lage in Großbritannien, was für Deutschland eine Warnung seien sollte.

Vorbereitungen sind wichtig

Somit fordert Gesundheitsminister Karl Lauterbach neue Beschlüsse, die die Quarantäne und Isolation, aber auch Kontaktbeschränkungen betreffen könnten. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek ist einer Meinung, wie er im Interview mit Watson verrät:

Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um gut vorbereitet zu sein – auch und gerade mit Blick auf die kritische Infrastruktur. Denkbar wäre aus meiner Sicht beispielsweise eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen.

Vorbild könnte hierbei Spanien sein, dessen Regierung die Quarantänezeit von zehn auf sieben Tage verkürzt hat. Unklar bleibt weiterhin, ob es eine Verkürzung der quarantäne- oder Isolationszeit geben wird.

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