Long Covid: Genesen heißt noch lange nicht gesund
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Long Covid: Genesen heißt noch lange nicht gesund

Von Maximilian Vogel
Letzte Änderung

Die Zahl der genesenen Covid-19-Patienten ist hoch, doch nur weil sie genesen sind, heißt das nicht, dass sie auch wieder gesund sind. Virologe Oliver Keppler liefert Grund zur Sorge.

Knapp ein Jahr ist es seit dem offiziellen Ausbruch des Coronavirus her und in der Zwischenzeit ist daraus eine weltweite Pandemie mit verheerenden Folgen geworden, die insgesamt 1,7 Millionen Todesopfer gefordert hat.

Doch selbst mit der Genesung ist eine Infektion in vielen Fällen noch nicht überstanden: Zahlreiche Covid-19-Patienten leiden an Langzeitfolgen, die erst nach und nach bekannt werden.

"Die größte Herausforderung unserer Zeit"

Derartige Langzeitbeschwerden werden auch als "Long Covid" bezeichnet und sogar junge Menschen mit milden Krankheitsverläufen sind davon betroffen. Professor Oliver Keppler, Virologe und Vorstand des Max von Pettenkofer-Instituts, zeigt sich besorgt, was den weiteren Verlauf der Pandemie betrifft:

Die Pandemie ist mit die größte Herausforderung unserer Zeit.

Die schweren Symptome von "Long Covid"

Zu den Symptomen von "Long Covid" zählen Erschöpfungserscheinungen, anhaltender Husten und Atemnot, Kopfschmerzen sowie Schmerzen in Muskeln, Brust und Gelenken. Hinzu kommen Haarausfall, Nierenstörungen und Ausschläge.

Viele befürchten zudem schwerwiegende neurologische Folgen. Auch ist noch nicht bekannt, wie lange der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn anhalten kann.

Wenn der Alltag zur Herausforderung wird

Noch kann nicht gesagt werden, wie viele der ehemaligen Corona-Patienten in Zukunft an Langzeitfolgen leiden werden, doch schon jetzt zeichnet sich eine besorgniserregende Entwicklung ab.

Prof. Keppler berichtet, von Studenten die ihr Studium nicht fortsetzen können, weil sie die Belastung und selbst kleine Herausforderungen im Alltag nicht mehr bewältigen können.

Herdenimmunität ist eine Gefahr für alle

Für den Virologen steht daher fest, dass eine kontrollierte Durchseuchung, um eine Herdenimmunität zu bewirken, nicht in Frage kommt. Da selbst die Corona-Symptome selbst schon sehr unterschiedlich ausfallen.

Aufgrund der unerforschten Langzeitfolgen berge dieser Ansatz eine große Gefahr für die Bevölkerung und auch für das Gesundheitssystem seien die Konsequenzen schwer zu bestimmen.

Wie bekommen wir die #Corona-Pandemie am Besten in den Griff? Zum Auftakt der virtuellen Veranstaltungsreihe "...

Posted by Ludwig-Maximilians-Universität München on Monday, November 16, 2020

Der Impfstoff ist die einzige Chance auf Hoffnung

Daher biete dem Virologen zufolge nur die Entwicklung eines Impfstoffes Grund zur Hoffnung, denn mit diesem könnte eine Infektion an erster Stelle und somit auch eine Erkrankung mit "Long Covid" verhindert werden.

Der Virologe warnt jedoch auch, dass das Virus trotz Impfstoff nicht einfach verschwinden wird. Wir werden zwar die Möglichkeit bekommen, es in Schach zu halten, doch das Coronavirus wird für immer unter uns sein.


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