Coronavirus: Stiko hält an Impfpriorisierung fest

Während die Bundesregierung plant, die Impfpriorisierung ab Juni aufzuheben, betont die Ständige Impfkommission, wie wichtig es ist, an ihr festzuhalten.

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Auch ein halbes Jahr nach dem Impfstart gegen das Coronavirus läuft das Prozedere in Deutschland noch immer schleppend. Es gibt nicht genügend Impfdosen, sodass auch Hausärzte in ihren Praxen nicht so schnell arbeiten können wie erwartet. Dennoch möchte die Bundesregierung die Impfpriorisierung im Juni aufheben. Ganz zum Missfallen der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Stiko appelliert an Solidarität für gefährdete Menschen

Sie hält weiterhin an einer Priorisierung fest, da es noch immer einen großen Anteil an Menschen mit dem Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung gebe, die bisher nicht die Möglichkeit hatten, geimpft zu werden. So haben 45 Prozent der 70 bis 79-Jährigen bisher keine Impfung bekommen, genauso wie fast 70 Prozent der 60 bis 69-Jährigen. Zudem habe die Priorisierung dazu beigetragen, dass schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle bei besonders gefährdeten Personen deutlich reduziert werden konnten.

Erst wenn es genügend Impfdosen für alle geben sollte, könne man darüber nachdenken, verschiedene Altersgruppen parallel zu impfen und die Priorisierung zu lockern oder anzupassen. Bis dahin appelliert die Stiko an die Solidarität der Bevölkerung, den wirklich gefährdeten Personen den Vorrang zu lassen.

Arzt bietet auf Ebay Impftermine an

Währenddessen weigern sich viele Menschen, mit dem umstrittenen Vakzin von AstraZeneca geimpft zu werden, sodass es einen Überschuss an Impfdosen gibt, die schlimmstenfalls weggeworfen werden müssten. Ein Hausarzt aus Nordrhein-Westfalen bietet daher Impftermine auf Ebay an, damit diese nicht verschwendet werden.