Coronavirus: Neue Studie zeigt, warum Männer stärker betroffen sind als Frauen
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Coronavirus: Neue Studie zeigt, warum Männer stärker betroffen sind als Frauen

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie wird immer deutlicher, dass Männer anfälliger für Covid-19 sind als Frauen, vor allem wenn sie schon älter sind. Anhand einer neuen Studie glauben die Wissenschaftler nun herausgefunden zu haben, was der Grund dafür ist.

Obwohl sich quasi jeder mit Covid-19 infizieren kann, zeichnet sich nach und nach ein Muster ab, demzufolge Männer, insbesondere jene, die älter sind als 65 Jahre, besonders anfällig für einen schweren Krankheitsverlauf sind. Während das Alter bereits als erschwerender Faktor bekannt ist, glauben die Wissenschaftler nun herausgefunden zu haben, warum Männer stärker betroffen sind als Frauen.

Ein schwächeres Immunsystem

Es wurden bereits einige Studien zu dem Thema durchgeführt, doch bisher kam keine zu solch aussagekräftigen Ergebnissen wie jene aktuelle Studie aus der Fachzeitschrift Nature. Auf der Suche nach einer Antwort, warum Männer stärker vom Coronavirus betroffen sind als Frauen, beschäftigen sich die Wissenschaftler für die Studie vornehmlich mit dem Immunsystem.

Die Studie zeigt, dass Männer in Bezug auf das Virus eine schwächere Immunabwehr haben als Frauen. Gegenüber der New York Times erklärt Akiko Iwasaki, einer der Autoren der Studie, dass die natürliche Infektion beim Mann ganz eindeutig keine ausreichende Immunabwehr auslöse.

Der Unterschied liegt in den T-Lymphozyten

Bei ihren Untersuchungen finden die Wissenschaftler heraus, dass Frauen deutlich mehr T-Lymphozyten produzieren, die für eine zelluläre Immunität enorm wichtig sind. Noch deutlicher zeigt sich dieses Phänomen bei älteren Menschen. Mit zunehmendem Alter fällt es den Männern immer schwerer, T-Lymphozyten zu produzieren.

Akiko Iwasaki zufolge sind vor allem jene, die wenige T-Lymphozyten produzieren, besonders stark von der Krankheit betroffen. Manche gehen davon aus, dass Frauen mehr T-Lymphozyten produzieren, weil sie im Falle einer Schwangerschaft noch ein weiteres Leben schützen müssen.

Neue Erkenntnisse für die Impfung

Insbesondere wegen der geringen Teilnehmerzahl sind die Ergebnisse noch nicht ausreichend aussagekräftig. Allerdings bringt diese Studie die Forschung stark voran und liefert schon einmal einen Verständnisansatz bezüglich der höheren Infektionsrate bei Männern. Doktor Iwasaki zufolge hilft diese Studie auch, eine eventuelle Impfung besser anzupassen:

In manchen Situationen reicht eine einzige Injektion, zum Beispiel bei Jugendlichen oder jungen Frauen, bei älteren Männern hingegen könnten drei Impfungen erforderlich sein.

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