Corona-Impfung: Wieso muss man zwei Dosen erhalten?
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Corona-Impfung: Wieso muss man zwei Dosen erhalten?

Überall im Land öffnen die Impfzentren jetzt ihre Pforten. Aber wieso müssen wir nach mehreren Wochen noch einmal dorthin, um eine zweite Dosis zu bekommen?

So manch einer von uns ist in seinem Leben zumindest einmal geimpft worden und erinnert sich gut daran, dass die Sache dann mit einer einzigen Impfdosis getan war. Wieso brauchen wir also von den Corona-Impfstoffen vom Typ Pfizer, Moderna oder Oxford zwei Dosen?

Dr. Fauci erläutert die zwei Dosen der Corona-Impfstoffe

Die Impfstoffe von Pfizer, Moderna und Oxford haben eine Gemeinsamkeit: Etwa vier Wochen nach der ersten Impfung muss jeweils eine zweite Dosis verabreicht werden. In Großbritannien ist dieser zeitliche Abstand sogar auf 12 Wochen ausgedehnt worden, um sicherzustellen, dass möglichst viele Menschen überhaupt eine erste Dosis erhalten können.

Viele fragen sich nun, welchem Zweck diese zweite Impfdosis dienen soll und ob wir sie überhaupt brauchen. Der amerikanische Immunologe Dr. Anthony Fauci klärt uns nun gegenüber der CNN hierzu auf. So sei die erste Dosis wie eine "Vorbereitung", die zweite dann wie ein "Verstärker", um so eine "optimale Immunität" zu erreichen.

Genauer führt Dr. Fauci auf CNN aus:

Zwei Wochen nach der ersten Dosis stellt sich eine gewisse, aber nicht optimale Immunität ein. Wirklich nicht optimal. Erst nach der zweiten Dosis kommt es dann zu einer optimalen Immunität, etwa sieben bis zehn Tage nach dieser erneuten Impfung.

Optimale Immunität nach 2 Pieksern

Etwa 12 Tage nach der ersten Dosis verleiht die erste Impfung also eine gewisse Immunität dem Coronavirus gegenüber. Um aber den 95%igen Schutz zu erhalten, den Impfungen wie die von Pfizer und Moderna versprechen, muss eine zweite Dosis des Impfstoffs verabreicht werden.

Gary McLean, Professor für Molekulare Immunologie an der London Metropolitan University, hat sich ebenfalls zum Sinn der beiden Corona-Impfdosen geäußert: Durch das Aufnehmen zweier Dosen kann sich das Immunsystem besser an das Virus erinnern, um es dann in Zukunft schneller angreifen zu können. McLean führt INEWS gegenüber aus:

Die erste Dosis stachelt das Immunsystem an und die zweite Dosis bringt dann die Zellen dazu, noch stärker zu reagieren. Als Ergebnis erzielt man eine viel bessere und hoffentlich auch zeitlich längere Immunantwort, an die sich der Körper erinnert.

Was geschieht, wenn man nur einmal geimpft wird?

Professor McLean erklärt INEWS hierzu, dass die Immunantwort des Körpers ohne die zweite Impfdosis schlicht nicht lange genug anhält, um eine ausreichende Immunität zu erzeugen. Genauer erklärt er:

Ohne die zweite Dosis wird die erlangte Immunität meiner Meinung nach weder stark genug sein noch ausreichend lang anhalten. Dies trifft besonders auf die genetischen Impfstoffe wie die von Pfizer zu.

Der kurzzeitige Schutz, wie ihn eine Corona-Impfung mit nur einer einzigen verabreichten Dosis verschafft, macht es für Länder auch schwieriger, die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Auf WebMD ist zudem zu lesen, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe von Moderna wie Pfizer bei nur einer einzigen Impfdosis von 95% auf etwa 50% fällt.

Viele Menschen verpassen ihre erste Dosis

Es kann aber eine Reihe von Gründen geben, wieso viele Menschen letztlich nur eine Impfstoff-Dosis bekommen werden. So haben versäumte Termine und lange Anreisen zu Impfzentren schon dazu geführt, dass viele Menschen ihre erste Dosis verpasst haben und nur noch die zweite bekommen werden. Wird zudem eine Frau schwanger, muss sie wohl ihre zweite Dosis ausfallen lassen.

Denn für Schwangere wird von den Corona-Impfstoffen abgeraten, außer wenn eine Impfung völlig unverzichtbar ist. Professor Stephen Evans, Pharmakoepidemiologe an der London School of Hygiene & Tropical Medicine, hat zudem bekanntgemacht, dass bestimmte Menschen nach ihrer ersten Impfung an Armschmerzen leiden oder krank werden (unabhängig vom Impfstoff). Auch in diesem Fall wird dann von der Verabreichung einer zweiten Impfdosis abgesehen.

Trotz alledem ist etwas Immunität besser als gar keine Immunität. Professor Evans pocht in diesem Sinne bei INEWS darauf:

Wenn alle nur eine einzige Dosis erhalten macht mich das zufriedener als wenn 50 Prozent beide Dosen, die verbleibenden 50 Prozent aber gar nichts erhalten.

Mehr hierzu in unserem Video.


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