Corona: Impfung verhindert nicht automatisch die Ansteckung und Weitergabe
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Corona: Impfung verhindert nicht automatisch die Ansteckung und Weitergabe

Von Alma Feliz

Trotz der fortgeschrittenen Impfkampagnen kommt es in verschiedenen Ländern zu einem Anstieg der Corona-Infektionen.

Chile, die Vereinigten Arabischen Emirate, die USA: Das sind alles Länder, die seit den ersten Monaten dieses Jahres musterhafte Impfkampagnen hingelegt haben.

Doch die Zahl der Corona-Infektionen steigt, obwohl in den USA auf 100 Einwohner 50 verabreichte Impfdosen fallen. In Chile sind es 59 und in den Emiraten sogar 89.

Die Immunität bei den Ältesten erfüllt die Erwartungen

Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zählen in den amerikanischen Notaufnahmen jetzt immer mehr Patienten im Alter von 25-49 Jahren als Über 65-jährige.

Das ist vermutlich ein Beweis dafür, dass die Impfung von Risikogruppen und insbesondere von Menschen im Alter von über 65 Jahren die Erwartungen erfüllt.

Das ist eine gute Nachricht, über die man sich leider nicht richtig freuen kann, denn die Zahl der jüngeren Erkrankten steigt. Für Epidemiologen ist die „Verjüngung“ des Virus aber eher ein gutes Zeichen.

Dr. Frederick Davis spricht hierzu mit dem amerikanischen Sender NBC News. Seiner Meinung nach weisen die Fälle unter den Jüngeren in überwältigender Mehrheit keine ernsten Verläufe auf.

Auch die Krankenhauseinweisungen sind im Vergleich zu vorher zurückgegangen. Die Impfkampagne ist auf dem Vormarsch, das Virus wechselt somit die Zielgruppe.

Wieso steigen jetzt aber immer noch die Fälle bei den Erkrankungen, obwohl die Impfkampagne greift? Experten sehen die Schuld bei der nachlassenden Aufmerksamkeit hinsichtlich der Schutzmaßnahmen.

„Ein trügerisches Gefühl von Sicherheit“

Laut einem Bericht der Huffington Post fühlt sich die Bevölkerung in den USA, Chile und den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen der Impfungen sicherer und achtet deshalb weniger auf Schutzmaßnahmen.

Sogar öffentliche Stellen unterstützen diesen Trend, indem sie Reise- und Versammlungsbeschränkungen aufheben und viele Geschäfte wieder öffnen. Chile ist das Musterbeispiel für dieses trügerische Gefühl der Sicherheit.

Dort sind bereits 7,1 Millionen der insgesamt 19 Millionen Menschen geimpft. Chiles schnelle und gut organisierte Impfkampagne hat den Chilenen ein „trügerisches Gefühl von Sicherheit“ gegeben, meint der Präsident der chilenischen Ärztevereinigung gegenüber der New York Times.

Zudem hat die chilenische Regierung so schnell wie möglich alle gesundheitlichen Schutzmaßnahmen zurückgefahren. Diese sind dem Land sehr schwer gefallen, insbesondere dem Wirtschaftssektor.

Wie lässt sich ein Infektionsanstieg verhindern?

Um Werten wie in Chile vorgreifen zu können (7.000 Neuinfektionen täglich), haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der York University in Ontario eine Studie durchgeführt.

Sie untersucht die Bedingungen, unter denen die Impfkampagne der steigenden Infektionsrate zuvorkommen kann. Das Rezept ist einfach: Man muss schlichtweg die Schutzmaßnahmen über die gesamte Impfkampagne hinweg durchhalten.

Ohne Hygienemaßnahmen und räumliche Distanzierung riskiert man, dass die Infektionsraten wieder in die Höhe schnellen. Dies ist beispielsweise in den Vereinigten Arabischen Emiraten der Fall.

Dort sind nach den Impfungen nun wieder einige Geschäfte geöffnet, in erster Linie in Dubai. Will man bald wieder ein Leben ohne Maske und Sicherheitsabstand führen, muss man also Geduld üben.


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