Christian Drosten zu Corona-Impfungen: "Die erste Jahreshälfte wird sehr kompliziert"
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Christian Drosten zu Corona-Impfungen: "Die erste Jahreshälfte wird sehr kompliziert"

Von Maximilian Vogel
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Während viele all ihre Hoffnungen auf den Jahresanfang legen mit der Zulassung des Corona-Impfstoffes, warnt Virologe Drosten jedoch davor, dass zu

Zurzeit gibt es heftige Diskussionen in Deutschland, warum die Impfungen gegen Covid-19 nur so langsam voranschreiten. Seit 27. Dezember ist der Biontech-Pfizer-Impfstoff in Deutschland impfbereit.

Die Bundesregierung steht jedoch stark in der Kritik, die Verzögerung bei der Impfzulassung verursacht zu haben. Die Zulassung sei zäh vorangeschritten, als Kanzlerin Merkel der EU die Prüfung und Zulassung des Impfstoffes übertragen hat und damit zeigen wollte, wie die Bild kürzlich berichtet hat, dass Deutschland bei Corona keine Alleingänge unternimmt.

Impf-Debakel gar nicht einfach zu beurteilen

Zu den Vorwürfen wird der bekannte und angesehene Corona-Experte Christian Drosten in der Berliner Morgenpost befragt. Der Chef-Virologe der Berliner Charité will sich dazu nicht äußern, außer dass eine Rückverfolgung erstens gar nicht möglich und zweitens die Angelegenheit viel zu komplex sei, um das Impf-Debakel zu beurteilen.

Das ist eine Frage, die ich so gar nicht beantworten kann und auch nicht will. Das ist so eine komplexe Angelegenheit. Man musste den Impfstoff mit Monaten Vorlauf bestellen – und wusste zu dem Zeitpunkt gar nicht, ob der betreffende Impfstoff auch funktionieren würde. Es ist jetzt praktisch unmöglich, das im Nachhinein zu bewerten.
Die erste Jahreshälfte hängt von den Anzahl der Impfungen ab...  Jasmin Merdan@Getty Images

Erste Jahreshälfte komplizierter als Menschen erhoffen

Doch er ist sich sicher, dass die erste Jahreshälfte, in die viele Menschen ihre Hoffnung auf Normalität legen, komplizierter werden könnte. Grund dafür: Die Impfungen würden auch die Diskussion um Lockerungen der Beschränkungen wieder anregen und möglicherweise nach sich ziehen.

Wir werden in eine Situation kommen, wo wir große Teile der Risikogruppen geimpft haben und es dann Kräfte geben wird, die sagen, dass es jetzt keinen Grund mehr gibt für Einschränkungen. Letzteres wird allerdings eine Fehleinschätzung sein, denn wir dürfen grundsätzlich keine sehr hohe Inzidenzen zulassen. Auch nicht bei den Jüngeren.

Dies könnte jedoch wieder einen Anstieg der Infektionen zur Folge haben. Laut Drosten könnte eine Besserung der Situation erst in der zweiten Jahreshälfte anstehen, wenn bis dahin sehr viele Menschen geimpft werden. Ob die Impfbereitschaft dadurch steigt, wird sich zeigen...


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