"Britcoin": Die Britische Nationalbank will ihre eigene digitale Währung einführen

Kryptowährungen haben die Welt im Sturm erobert. Immer mehr gewöhnliche Menschen legen darin ihr Geld an. jetzt versuchen sogar Nationalbanken mit digitalen Währungen ihr Glück.

"Britcoin": Die Britische Nationalbank will ihre eigene digitale Währung einführen
Weiterlesen
Weiterlesen

Britische Regierungsmitglieder denken gerade über die Einführung einer neuen digitalen Währung nach, die Finanzminister Rishi Sunak als „Britcoin“ bezeichnet. Dieser Schachzug erfolgt nach ein paar hektischen Wochen in diesem Finanzbereich.

Denn die Plattform für Kryptowährungen, Coinbase, ist an die Börse gegangen und hat dabei ein Kapitalvolumen von 71.6 Milliarden Pfund (etwa 82 Milliarden Euro) erzielt. In der gleichen Zeit erreichen digitale Währungen wie Bitcoin und dessen Gegenstück Dogecoin Höchstwerte.

Ein angeblich stabilisierendes Vorhaben

Anlässlich einer Rede im Rahmen der britischen FinTech Konferenz erklärt Rishi Sunak, dass "eine neue Task-Force zwischen der Staatskasse und der Britischen Nationalbank" eingeschaltet werde, "die erste Vorarbeiten hinsichtlich einer potentiellen digitalen Währung der Zentralbank koordinieren soll":

Dieser Beratungsprozess soll ein angemessenes, ergebnisorientiertes Regelwerk erarbeiten und die Konkurrenzfähigkeit fördern. Zugleich soll sichergestellt werden, dass Großbritannien den höchsten regulatorischen Standards gerecht wird.

In der Diskussion zur neuen Task-Force zwischen der Staatskasse und der Britischen Nationalbank setzt Rishi Sunak dann einen Tweet ab. Der Titel liest: „Britcoin?“

Viele Zentralbanken prüfen digitale Währungen

Laut einer neueren Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich prüfen gerade 80 Prozent der Zentralbanken, inwiefern sie digitale Währungen einführen sollen.

Auch die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank gehören dazu. Gemäß dieser Studie haben sehr viele jetzt CBDC (Central Bank Digital Currency) auf ihrer Tagesordnung stehen.

Ungefähr zwanzig Prozent der 66 Zentralbanken künden an, dass sie wohl im Laufe der nächsten fünf bis sechs Jahre eine digitale Währung ausgeben werden.

Gerät das weltweite Bezahlsystem aus den Fugen?

Eine Reihe von Zentralbanken weisen dabei auf das Risiko hin, dass die Kontrolle über das weltweite Bezahlsystem an Kryptowährungen verloren gehen kann.

Diese werden generell durch keine zentrale Institution kontrolliert. Dasselbe kann auch zum Vorteil privater Unternehmen geschehen: Hier ist an Diem von Facebook zu denken, dessen Anlauf noch in diesem Jahr geplant ist.

Die Bahamas sind das erste Land, das ein universales, digitales Zentralbankgeld eingeführt hat. Seit Oktober 2020 ist es unter dem Namen „Sand Dollar“ bekannt.

Die Chinesische Volksbank hat dagegen schon im letzten August den Testversuch zu einem digitalen Yuan auf ihre drei größten Ballungsgebiete ausgeweitet, in denen insgesamt 400 Millionen Menschen leben.

Kryptowährungen können einem manchmal schnell zum Verhängnis werden, mit Glück und Geduld allerdings auch Wunder bewirken. Dieser Mann wurde mit Bitcoin zum Millionär.