In Mini-Gehirnen aus dem Labor überrascht elektrische Aktivität: Die Folgen für uns Menschen sind enorm

In Mini-Gehirnen aus dem Labor überrascht elektrische Aktivität: Die Folgen für uns Menschen sind enorm

Forscher haben es geschafft, Mini-Gehirne in einem Labor herzustellen. Das Überraschende daran: Es wurde eine Aktivität beobachtet, die der von Frühchen ähnelt. Wir liefern euch Erklärungen.

Das menschliche Gehirn leistet Außerordentliches und das auf komplexe Art und Weise - denken wir beispielsweise nur an optische Täuschung. Dies nachzuahmen, haben Forscher bereits seit langer Zeit versucht - jetzt haben sie es geschafft mit einer Mini-Größe des menschlichen Gehirns (bei dem die Größe vor allem entscheidend ist für ihre Höchstleistung).

Und sie haben mit ihren Mini-Gehirnen eine Revolution in der wissenschaftlichen Welt geschafft. Forschern von der Universität von Kalifornien in San Diego (USA) ist es gelungen, Hirngewebe zu erschaffen, das zu spontaner Hirnaktivität in der Lage ist.

Mini-Gehirne

Das Hirngewebe wird als organoid bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine multizellulare, dreidimensionale Struktur, die es ermöglicht, die Anatomie eines Organs nachzustellen. Die Gehirne wurden aus einer Zellkultur aus dem Labor erschaffen.

Ein menschliches Gehirn

Laut den Wissenschaftlern ähnelt die Hirnaktivität der in einem menschlichen Gehirn, und zwar genauer gesagt der im Gehirn eines Frühchens. Die Forscher weisen aber darauf hin, dass die Gehirne aus dem Labor fast schon dazu in der Lage sind, ein komplexes neuronales Netz zu erschaffen. Diesen Fortschritt hätten sie sich nie zu träumen gewagt, wie die Biologin Alysson Muotri der französischen Presseagentur AFP anvertraute:

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Wenn Sie mich vor fünf Jahren gefragt hätten, ob ich denke, dass es möglich wäre, eine dem menschlichen Gehirn ähnliche Struktur zu schaffen, die ein komplexes Netzwerk erschaffen kann, welches zu Oszillationen in der Lage ist, hätte ich 'Nein' gesagt.

Ein großer Fortschritt

Dieser wissenschaftliche Erfolg ist ein großer Fortschritt im Verständnis des menschlichen Gehirns und seiner Entwicklung. Diese Entdeckung soll es vor allem ermöglichen zu verstehen, wie Krankheiten im Gehirn entstehen.

Allerdings gibt es viel Kritik daran, dass Gehirne im Labor gezüchtet werden. Es soll tatsächlich die Gefahr bestehen, dass diese Gehirne auf lange Sicht eine Art Bewusstsein entwickeln könnten. Für den Moment gibt es aber noch keine Anzeichen dafür, dass diese Theorie sich bestätigen könnte. Die Wissenschafter, die sich mit diesem Experiment beschäftigen, sind sich über diese Möglichkeit im Klaren und dazu bereit, die Versuche sofort zu stoppen, wenn dies eintreten sollte. Ihnen zufolge sind die hirnähnlichen Strukturen aber zu 'primitiv', um eine Art Gedanken, Gefühle oder gar ein Bewusstsein zu entwickeln.

Maximilian Vogel
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