Kaufland verkauft manipulierte Pilze: Stiftung Warentest spricht Klartext
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Kaufland verkauft manipulierte Pilze: Stiftung Warentest spricht Klartext

Von Maximilian Vogel
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Kaufland reichert Pilze mit künstlichem Vitamin D an und verkauft sie teurer - doch was steckt dahinter und ist das auch wirklich gesund? Stiftung Warentest hat die Champignons genauer unter die Lupe genommen.

Immer wieder überprüft Stiftung Warentest Lebensmittel, bei denen der Verdacht besteht, dass sie qualitativ bedenklich sein könnten. Wo kürzlich Schokolade auf dem Prüfstand war, sind jetzt Pilze dran: Es handelt sich um Champignons, die mit Absicht verändert werden.

Kaufland manipuliert Pilze

Die Lebensmittelkette Kaufland bestrahlt Champignons mit UV-Licht, um ihren Vitamin D-Gehalt zu erhöhen. Ob das tatsächlich sinnvoll oder vielleicht sogar gefährlich ist, hat Stiftung Warentest überprüft. Weil Vitamin D im Winter Mangelware ist, will Kaufland diese Marktlücke schließen, indem der Einzelhändler "Vitamin D Pilze zur Unterstützung gesunder Knochen und Zähne" der Firma "Pilzland" verkauft. Dabei handelt es sich um Zuchtchampignons, die im Labor mit UV-Licht bestrahlt wurden, um den Vitamin-D-Gehalt zu erhöhen. Das Verfahren sei laut Kaufland von Ernährungswissenschaftlern entwickelt und erhöhe den Vitamin-D-Gehalt um das 30-Fache gegenüber herkömmlichen Champignons.

Stiftung Warentest prüft Verfahren

Stiftung Warentest wollte es genauer wissen und ließ die Champignons im Labor überprüfen. Dort kam man dann zu folgendem Ergebnis: "Das Bestrahlungsverfahren funktioniert - die Vitamin-D-Gehalte liegen im Durchschnitt bei 9,6 Mikrogramm je 100 Gramm und damit deutlich über den Gehalten gewöhnlicher Zuchtchampignons." Im Schnitt sei somit das Kaufland-Versprechen vom 30-fachen Vitamin-D-Gehalt zwar erfüllt, allerdings wurden bei den bestrahlten Pilzen große Schwankungen festgestellt: So variierte der Vitamin-D-Gehalt bei sieben untersuchten Packungen zwischen 5,3 und 15,1 Mikrogramm je 100 Gramm. Die auf der Packung angegebene Dosis von 6,25 Mikrogramm betitelt Stiftung Warentest daher als "scheingenau".

Eine Frage stellt sich jedoch noch: Ist es wirklich notwendig, aufpolierte Pilze zu kaufen oder ist da die Alternative an Vitamin-D-haltigem Obst und Gemüse nicht einfacher und günstiger? Diese Frage darf dann jeder für sich selbst beantworten.


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