Wissenschaft: So könnt ihr eure Neujahrsvorsätze wirklich einhalten
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Wissenschaft: So könnt ihr eure Neujahrsvorsätze wirklich einhalten

Jedes Jahr die gleiche Leier: Am 1. Januar träumen wir davon, dieses Jahr endlich gute Gewohnheiten anzunehmen, um unser Leben zu verbessern. Wir wollen aufhören zu rauchen, mehr Sport betreiben oder gesünder essen. 365 Tage später ist von diesen Vorsätzen meist nichts mehr übrig. Ist das nun eine Frage des fehlenden Willens? Die Wissenschaft verneint das: Das Problem unserer Ziele könnte sein, dass sie zu hoch gesteckt sind.

"Dieses Jahr mache ich endlich mehr Sport!" - "Und ich höre mit dem Rauchen auf!": Kaum sind die zwölf Glockenschläge zu Mitternacht verklungen, verlautbaren alle ihre guten Vorsätze für die kommenden 365 Tage. Doch wenige Wochen - oder sogar Stunden - später fallen nur zu viele der löblichen Projekte prompt wieder ins Wasser.

Der britische Psychologe Richard Wiseman analysiert den tatsächlichen Erfolg der Neujahrsvorsätze von 3.000 freiwilligen Studienteilnehmern. Dabei findet er heraus, dass nur 12 % der Versuchspersonen tatsächlich ihr Ziel erreichen. Die Forschung deutet nun aber darauf hin, dass nicht die Teilnehmer selbst schuld an diesen schlechten Ergebnissen sind, sondern vielmehr ihr Gehirn, das ihnen übel mitspielt.

Unvorhersehbare Nervenzellen

Forscher der INSEAD Business School finden heraus, dass sich unser Gehirn viel lieber an einen vernünftigen Vorsatz anpasst, als gar kein Ziel zu verfolgen. Das scheint unlogisch, doch die Forschung bestätigt diese Theorie.

"Wenn das angestrebte Ziel bescheiden genug ist, stürzt sich das Gehirn auf diesen einfachen Weg zum Erfolg und stellt fest, dass der Vorsatz problemlos erreicht werden kann. Wenn das Gehirn jedoch keinen kleinen Ansporn zur Verbesserung vor Augen hat - wenn das Ziel etwa lediglich darin besteht, den Status Quo zu erhalten - richtet sich seine Aufmerksamkeit an den nächstbesten Anhaltspunkt: den Kontext", erklären die INSEAD-Forscher.

Da der aktuelle Kontext jedoch nur selten frei von Problemen ist, setzen hier die Sorgen und eine negative Verzerrung der Wirklichkeit ein. Das Gehirn lenkt seinen Fokus nur noch darauf, was alles schiefgehen und einem Erhalt des Status Quo entgegenstehen könnte. Das Ziel selbst rückt in weite Ferne.

Kleine Ursache, große Wirkung

Geht es also nach den Forschungsergebnissen dieser Experten, solltet ihr euch besser ein bescheidenes Ziel setzen, das ihr tatsächlich erreichen könnt, als gar keinen Vorsatz zu fassen. Doch wie kann dies in der Praxis aussehen?

Richard Wiseman gibt uns konkrete Tipps, wie das Erreichen des Neujahrsvorsatzes auch wirklich gelingt:

  • Weniger ist mehr. Nehmt euch nur ein Ziel vor, dann könnt ihr euch auch besser darauf konzentrieren.
  • Planung ist die halbe Miete. Macht euch bereits früh genug Gedanken über den Vorsatz. So könnt ihr eine reflektierte Entscheidung treffen, die eure großen Lebensziele berücksichtigt, anstatt euch ein Ziel zu setzen, das lediglich eure Tagesverfassung berücksichtigt.
  • Fallt nicht in alte Muster. Wenn ein Vorsatz in den letzten Jahren nicht funktioniert hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es auch dieses Jahr nicht klappen wird. Fasst also einen neuen Vorsatz oder versucht, das Ziel umzuformulieren. So könnt ihr euch vornehmen, eine neue Sportart auszuprobieren, anstatt zehn Kilogramm abzunehmen.

Mit diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen sollte also einem erfolgreichen neuen Jahr nichts mehr im Wege stehen!

Von Simone Haug

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