Südkorea: "Sperma-Terrorismus" verbreitet sich erschreckend schnell

Seit einigen Monaten hat Südkorea mit einem zunehmenden Problem zu kämpfen: Die Rede ist vom „Sperma-Terrorismus“. Was es mit dieser Erniedrigung zu tun hat, erfahrt ihr von uns.

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Gewalttaten und Belästigungen gegenüber Frauen nehmen immer mehr zu. Dabei kommen die Täter auf immer groteskere Ideen, darunter ein Phänomen, das vor allem in Südkorea in letzter Zeit überhandnimmt.

Was ist Sperma-Terrorismus?

Vom Sperma-Terrorismus spricht man, wenn jemand gegen den Willen einer Frau auf diese oder ihr persönliches Hab und Gut ejakuliert. Und zwar im öffentlichen Raum. Auch wenn dies absurd erscheinen mag - diese Praktik gibt es wirklich.

Südkorea ist besonders stark von diesem neuen "Trend" betroffen, wie Polizeiaussagen zeigen. Die Fälle nehmen mit jedem Tag zu. Ein enormes Problem, denn diese neue Art der Belästigung ist gesetzlich nicht geregelt.

Gesetz gegen Sperma-Terrorismus

In den vergangenen Wochen landen immer wieder Fälle des Sperma-Terrorismus auf den Titelseiten der südkoreanischen Presse. Der Grund: Umstrittene Gerichtsurteile.

Demnach reicht eine Frau Klage ein, nachdem einer ihrer Kollegen innerhalb von sechs Monaten sechsmal in ihren Kaffeebecher ejakuliert hat. Regelmäßige Ejakulation ist zwar gesund, doch ein Kaffeebecher ist zu viel des Guten.

Der Angeklagte wurde lediglich zu einer Geldstrafe von etwas mehr als 2.000 Euro wegen Sachbeschädigung verurteilt. In keiner Weise nimmt das Urteil Bezug auf sexuell belästigende Handlungen gegenüber der Frau.

Doch das ist kein Einzelfall: Mehr als 50 Prozent der Männer, denen wegen eines ähnlichen Sachverhaltes der Prozess gemacht wurde, kamen mit einer überraschend banalen Strafe davon.

Mit Zunahme dieser Fälle wird in Südkorea immer stärker nach einer Kriminalisierung des Sperma-Terrorismus verlangt. Nun ist die Regierung seit einigen Monaten unter Druck, diese Akte als Sexualverbrechen einzustufen.

Sachbeschädigung oder Körperverletzung sind einfach keine angebrachten Urteile. Infolgedessen haben bereits einige Politiker:innen wie zum Beispiel Baek Hye-ryun von den Demokraten Gesetzentwürfe vorgestellt.

Zunehmende Misogynie in Südkorea

Infolge der zunehmenden Fälle von Sperma-Terrorismus entstehen nicht nur immer mehr feministische Organisationen, sondern auch eine echte Welle der Misogynie.

Tatsächlich verbreitet sich immer stärker die maskulinistische Vorstellung, der Feminismus sei lediglich ein Mittel der Frauen, mehr Macht zu erlangen und die Rolle der Männer zu schmälern.

Dieser aufkeimende Maskulinismus findet sich zunehmend in entsprechenden Bewegungen wieder. Eine davon wird angeführt vom YouTuber Bae IngGyu.

Als Joker verkleidet predigt er in den sozialen Netzwerken Frauenhass und ruft zum Cybermobbing gegen sie auf, indem er persönliche Daten feministischer Verfechterinnen öffentlich macht.

Neben dem Sperma-Terrorismus gehen diese Gruppierung mit Säure-Angriffen sogar noch weiter. Bae IngGyu macht sich beispielsweise einen Spaß daraus, feministische Demonstrationen mit einer entsprechend befüllten Wasserpistole „aufzumischen“.

Ein erschreckender Trend, der sich selbst bis in die jüngeren Generationen fortzuziehen scheint und auf lange Sicht eine echt beunruhigende Gefahr darstellt. Hier sind ein paar Dinge, die du über Sperma bestimmt noch nicht wusstest.