Studie: So bestimmt die Umweltverschmutzung das Geschlechterverhältnis von Babys

Die Verschmutzung durch Quecksilber, Chrom und Aluminium führt dazu, dass mehr Jungen geboren werden, während die Bleiverschmutzung die Zahl der Mädchen erhöht.

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Die Umweltverschmutzung kann einen Einfluss auf die Zahl der Jungen und Mädchen haben, die geboren werden. Eine neue Studie hat gezeigt, dass einige Schadstoffe mit einer höheren Anzahl von männlichen Geburten in Verbindung stehen, während andere die Anzahl der Mädchen bestimmen, die geboren werden.

Schadstoffe und Armut

Die Studie untersucht das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen, die in den USA und Schweden geboren wurden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine Reihe von Schadstoffen und Armutsindikatoren das Geschlechterverhältnis in diesen Ländern verzerren können.

Zu diesen Ergebnissen kommen die Forschenden, indem sie über acht Jahre lang mehr als die Hälfte der rund 150 Millionen Einwohner der USA und über 30 Jahre lang die gesamte schwedische Bevölkerung von rund 9 Millionen untersuchten.

Die Wissenschaftler:innen untersuchten mehr als 100 mögliche Faktoren und fanden heraus, dass ein höherer Gehalt an Luft- und Wasserschadstoffen mit einem niedrigeren Geschlechterverhältnis bei der Geburt (SRB) in Verbindung steht.

Das menschliche Geschlechterverhältnis bei der Geburt (SRB) ist definiert als das Verhältnis zwischen der Zahl der neugeborenen Jungen und der Gesamtzahl der Neugeborenen. Die Forscher:innen erklären:

Die vorliegende Studie ist die erste systematische Untersuchung zahlreicher chemischer Schadstoffe und anderer Umweltfaktoren anhand großer Datensätze aus zwei Kontinenten.

Die Verschmutzung durch Quecksilber, Chrom und Aluminium geht mit der Geburt von mehr Jungen einher, während die Bleiverschmutzung die Zahl der geborenen Mädchen erhöht.

Mit den Mythen aufräumen

Eine höhere chemische Belastung in landwirtschaftlichen Gemeinden wirkte sich ebenfalls auf das Geschlechterverhältnis aus. Die Jahreszeit der Geburt, das Wetter, die Temperatur, die Arbeitslosigkeit und Gewaltverbrechen wirkten sich jedoch in keiner Weise auf das Verhältnis aus. Andrey Rzhetsky von der University of Chicago leitet die Studie und erklärt:

Es gibt viele Mythen über das Geschlechterverhältnis und die Geburt, aber wenn man sich mit der Forschung beschäftigt, stellt sich heraus, dass alles, was an realen Daten getestet wurde, an relativ kleinen Stichproben durchgeführt wurde [mit dem Risiko, dass es zu falschen Korrelationen kommt], und einige Aussagen beruhen überhaupt nicht auf Beobachtungen.

Das Team ist jedoch der Ansicht, dass weitere Forschungsarbeiten erforderlich sind, um die Auswirkungen chemischer Stoffe auf menschliche Zellen oder Tiermodelle im Labor zu untersuchen und sie als direkte Ursache festzustellen:

Dies ist eine Liste von Verdächtigen, die es zu untersuchen gilt, und für alle Verdächtigen gibt es einige glaubwürdige Beweise, aber wir sind noch sehr weit von einer Verurteilung entfernt.
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