Schlafen wie ein Baby: Hier erfahrt ihr, wie es geht
© Westend61@Getty Images
Schlafen wie ein Baby: Hier erfahrt ihr, wie es geht

Schlafen wie ein Baby: Hier erfahrt ihr, wie es geht

Es muss nicht immer geradeaus gehen! Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie von Schweizer Forschern würden sanfte Bewegungen hin und her, wie die Schaukelbewegungen einer Babywiege, beim Einschlafen helfen, die Schlafqualität verbessern und unser Gedächtnis stärken. Warum sollten wir uns das also nicht zunutze machen?

In Deutschland leiden die meisten Erwachsenen unter Schlafstörungen – nun gibt es für all diese Personen gute Nachrichten: Laut einer Studie, die in der ZeitschriftCurrent Biologyerscheint, würden Schaukelbewegungen auch für Erwachsene zahlreiche Vorzüge mit sich bringen. Diese würden es ermöglichen, schneller einzuschlafen, länger und tiefer zu schlafen sowie Erinnerungen besser im Gedächtnis zu speichern. Wir erklären euch, was dahintersteckt!

Wiegen auch für Erwachsene

Die Studie wird von einem Forscherteam der Universität Genf durchgeführt und analysiert 18 Personen (zehn Frauen und acht Männer) zwischen 20 und 27 Jahren, die unter keinen Schlafstörungen leiden, zwei Nächte lang. In der ersten Nacht schlafen die Freiwilligen in einem statischen Bett, in der zweiten Nacht in einer Art Schaukelbett, das mit einer Frequenz von 0,25 Hertz schwingt und die ganze Nacht hindurch seitlich um 10,5 cm hin und her schaukelt. Ein Schaukelzyklus dauert dabei vier Sekunden – es besteht also keine Gefahr der Seekrankheit.

Während der gesamten Dauer der Studie werden Gehirnaktivität, Herzrhythmus, Augenbewegungen sowie andere Daten über den Schlaf aufgezeichnet.

Verbesserte Schlafqualität und Gedächtnisleistung

Laurence Bayer, die Hauptautorin der Studie und Biologin an der Universität Genf, stellt laut CBSfest, dass sich "eine Nacht Schlaf mit wiegenden Bewegungen positiv auf das Einschlafen und das Durchschlafen (weniger Schlafunterbrechungen) auswirkt".

Außerdem stellt sie fest, dass die Schlafenden im Schaukelbett weniger träumen (weniger REM-Phasen, Rapid Eye Movement) und somit einen tieferen und erholsameren Schlaf genießen. In statischen Betten benötigen die Teilnehmenden im Durchschnitt 6,5 Minuten länger, um in die Tiefschlafphase einzutreten. Sind sie dort angekommen, verweilen sie um 5 % kürzer in dieser Phase.

Wie ein Baby schlafen: So geht's!  JGI/Tom Grill@Getty Images

Weitere positive Auswirkungen

Und das ist noch nicht alles: Die Schwingungen des Betts wirken auch positiv auf die Gedächtnisleistung. Die 18 Versuchspersonen sollen sich am Vorabend eine Liste mit 46 Wortpaaren einprägen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Assoziationen besser im Gedächtnis bleiben, wenn sich das Bett im Schlaf leicht bewegt.

Wir haben herausgefunden, dass die konstante wiegende Bewegung dabei hilft, die Gehirnaktivität in den thalamokortikalen Netzwerken des Gehirns zu synchronisieren, die eine wichtige Rolle für den Schlaf und die Konsolidierung der Erinnerungen spielen.

Die erklärt Aurore Perrault, die Ko-Autorin der Studie. Zum Zeitpunkt der Studie ist sie Forscherin an der Universität Genf, mittlerweile arbeitet sie als Forscherin im Bereich Neurowissenschaften an der Concordia-Universität in Montreal (Kanada).

Perrault bestätigt, dass manche Probanden zu Beginn der Studie etwas skeptisch sind, andere werden durch die Wiegebewegungen überzeugt und finden diese "angenehm und entspannend". Es geht so weit, dass sie sich regelrecht in die Wiege für Erwachsene "verlieben" und sie am liebsten gleich mit nach Hause nehmen würden!

Von Martin Gerst

Keine Verbindung
Bitte Einstellungen prüfen