Nur 1011 Lichtjahre entfernt: Schwarzes Loch in Erdnähe entdeckt
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Nur 1011 Lichtjahre entfernt: Schwarzes Loch in Erdnähe entdeckt

Auf der Südhalbkugel leuchtet ein besonderer Stern am Winterhimmel. Wie kürzlich bekannt wurde, scheint es sich dabei um den Begleiter eines Schwarzen Lochs zu handeln, dem erdnächsten, das jemals entdeckt wurde.

Es handelt sich um eine noch nie dagewesene Entdeckung. Astronomen de Europäischen Südsternwarte ESO meinen, ein Schwarzes Loch entdeckt zu haben, das von allen bekannten Schwarzen Löchern unserem Sonnensystem am nächsten ist. Laut den Angaben, die am Mittwoch, 6. Mai in Astronomy & Astrophysics veröffentlicht wurden, ist es nur 1011 Lichtjahre von uns entfernt.

Dass Wissenschaftler es bisher nicht entdeckt hatten, liegt daran, dass Schwarze Löcher eine Schwerkraftwirkung haben, die alles Licht um sie aufsaugt. Sie können sie daher nicht direkt beobachten, sondern nur bestimmte Elemente, die sie umgeben. Nicht zuletzt mithilfe des MPG/ESO-Teleskops, das in La Silla (Chile) aufgestellt ist.

Erstes System mit freiem Auge sichtbar

Während sie zwei Sterne beobachteten, bemerkten die Forscher, dass einer von ihnen alle 40 Tage ein unsichtbares Objekt umkreiste. Dieses hat eine 4,2 Mal größere Masse als die Sonne. Somit haben sie ein Dreifachsystem mit der Katalognummer HR 6819 entdeckt, in dem ein Stern (im Video blau) ein unsichtbares Schwarzes Loch (rot) umkreist, mit einem zweiten Stern (blau) der etwas weiter entfernt beide umkreist.

Dieses System ist das erdnächste, das jemals entdeckt wurde. Es ist so nah, dass Bewohner der Südhalbkugel bei sternenklarem Himmel im Winter mit freiem Auge die Begleitsterne erkennen können.

"Wir waren völlig überrascht, als uns klar wurde, dass es sich um das erste Sternensystem mit Schwarzem Loch handelt, das mit freiem Auge sichtbar ist", bestätigt Petr Hadrava, Forscher an der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag und Co-Autor des Forschungsartikels.

Mehr über Entstehung erfahren

Normalerweise werden Schwarze Löcher anhand ihrer Röntgenstrahlung entdeckt, die sie ausstoßen, wenn sie die Materie benachbarter Sterne "verschlucken". So wurde übrigens die Mehrheit dieser mysteriösen Himmelskörper in der Milchstraße aufgespürt. Allerdings schätzen Wissenschaftler, dass wahrscheinlich Millionen von Sternen in Schwarzen Löchern verschwunden sind, ohne Röntgenstrahlen zu verursachen.

Das Schwarze Loch, das in HR 6819 entdeckt wurde, scheint ein solches zu sein, es hat sich durch seine Schwerkraftauswirkung verraten. Diese Entdeckung wurde von den Astronomen der ESO als die "Spitze eines faszinierenden Eisbergs" beschrieben. Derzeit haben sie bereits ein anderes Zwei-Sterne-System namens LB-1 im Auge, in dem sich ebenso ein schwarzes Loch verstecken könnte. Die Co-Autorin Marianne Heida erklärt:

Es gibt wahrscheinlich viele solcher Systeme. Indem wir sie aufspüren und erforschen, können wir viel über die Entstehung und Entwicklung dieser seltenen Sterne lernen. Am Beginn ihres Lebens haben sie mehr als 8 Mal die Masse der Sonne und am Ende explodieren sie in einer Supernova, die ein Schwarzes Loch hinterlässt.
Von Martin Gerst
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