Geophysiker warnt vor kolossalem Unterwasservulkan in Europa: "Die Menschheit hat nur Glück gehabt"

Wer der Meinung ist, dass Naturkatstrophen wie kürzlich auf Tonga in weiter Ferne liegen, irrt sich gewaltig. Vor der Küste Italiens schlummert ein gigantischer Vulkan, dessen Ausbruch verheerende Folgen haben könnte.

Der Marsili ist mit einer Fläche von ungefähr 2000 km² der größte Vulkan Europas. Er ist ungefähr zwei Millionen Jahre alt, der letzte Ausbruch kann nicht genau datiert werden, soll sich aber vor 3.000 bis 5.000 Jahren ereignet haben.

Im schlimmsten Fall löst der Vulkan einen Tsunami aus

In einem Interview mit Travelbook redet der Geophysiker Birger-Gottfried Lühr nun davon, dass ein Ausbruch in Europa verheerende Folgen haben könnte.

Die Tatsache, dass der Vulkan sich unter Wasser befindet, scheint ihn zwar ein wenig ungefährlicher zu machen, trotzdem könnten bestimmte Regionen in Italien nach einer Eruption durchaus mit Problemen rechnen müssen:

Ich weiß von Unterwassereruptionen bei den Azoren, bei denen große Lavabrocken, die aufgrund mit Gas gefüllter Poren für einige Zeit dicht unter der Wasseroberfläche schwimmen können und somit für Schiffe sehr gefährlich sein können.

Eine viel fatalere Folge wäre aber tatsächlich ein Tsunami, der vor allem die Küsten in der Nähe betreffen würde. Aus diesem Grund steht das Gestein unter genauer Beobachtung.

Kleine Erdbeben kommen vor

In den letzten Jahren ist es zwar immer wieder im Bereich um den Vulkan zu kleinen Erdbeben gekommen, diese seien aber als harmlos einzustufen. Generell schätzt der Experte einen Ausbruch in naher Zukunft als recht unwahrscheinlich ein.

So ganz beruhigt können die Anwohner:innen dann aber trotzdem nicht sein. Lühr ergänzt seine Aussage wie folgt:

Vulkaneruptionen gehören zu den wenigen Naturereignissen, die nicht nur lokale oder regionale Auswirkungen haben können, sondern auch globale. Die Menschheit hat nur Glück gehabt in den letzten 200 Jahren.
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