Gehirn: Mysteriöse "Gehirn-Tsunamis" bei Menschen kurz vor dem Tod beobachtet

Was passiert wenige Augenblicke vor dem Tod eines Menschen? Eine Studie weist auf beunruhigende Tsunamis im Gehirn hin. Wir erklären euch mehr.

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Gibt es ein Leben nach dem Tod? Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 lautet die Antwort auf diese Frage "Ja". Ein Experte erklärt, dass "in den ersten Minuten nach dem Tod das Bewusstsein nicht ausgelöscht wird. Wir wissen nicht, ob es danach verblasst, aber direkt nach dem Tod ist das Bewusstsein nicht verloren".

Warum unser Hirn schrumpft, kannst du in unserem Video entdecken. Aber was passiert kurz vor dem Tod? Eine weitere Studie ermöglicht es uns, mehr darüber zu erfahren. Und die Ergebnisse sind erstaunlich, denn sie sprechen von "Gehirn-Tsunamis".

Worum geht es wirklich?

Um diese beobachten zu können, brachte Jens Dreier, ein experimenteller Neurologieforscher aus Berlin, bei neun Menschen, die kurz vor dem Tod standen, Elektroden an.

Auf diese Weise konnte er aufzeichnen und analysieren, was im Gehirn passiert, wenn das Herz aufhört zu schlagen und das Elektroenzephalogramm flach ist.

Trotzdem bleiben die Nervenzellen noch einige Zeit aktiv. Die Neuronen legen eine Pause ein, dann wird die erste Zelle von ihrer gesamten Energie befreit. Von diesem Moment an beginnt der Tsunami. Die Depolarisation der ersten Zelle führt zur Depolarisation der Nachbarzelle und so weiter.

Unumkehrbar? Nicht wirklich

Das bedeutet also, dass all diese Zellen, denen die Energie entzogen wird, sogenannte Gehirn-Tsunamis auslösen. Sind diese unumkehrbar? Nein, bis zu einem gewissen Grad nicht.

Der Spezialist Sam Parnia weist darauf hin, dass diese Tsunamis bis zu einem gewissen Grad umkehrbar sind. "Die Frage ist, wann der Tod aus zellulärer Sicht absolut irreversibel wird", fragte er im Jahr 2018.

Eines ist sicher: Sobald diese Gehirn-Tsunamis beginnen, verschlechtert sich das Gehirn. Wie lässt sich dieses Phänomen eindämmen? Durch schnelles Handeln, z. B. indem man den Kopf kalt stellt, können sich einzelne Zellen erholen. Die anderen bleiben dann erhalten.

Dies veranlasst Jens Dreier zu der Aussage: "Zeit spielt eine wichtige Rolle. Zeit ist Gehirn." Studien zu diesem Thema sind noch nicht abgeschlossen. Denn nach dem Tod sollen im Gehirn sogenannte "Zombie-Gene" aktiviert werden...

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