Eine Million Milliarden Tonnen Diamanten: Dieser Schatz schlummert unter uns in der Erde

Eine Million Milliarden Tonnen Diamanten: Dieser Schatz schlummert unter uns in der Erde

Amerikanische Gesteinsforscher sind auf ein riesiges Diamantenvorkommen gestoßen. Etwa eine Million Milliarden Tonnen Diamanten soll es umfassen. Einziges Problem: Es liegt 160 Kilometer unter der Erde.

Eine Million Milliarden Tonnen. Oder auch die Zahl 1 und dann 18 Mal die Null... eine kolossale Masse, unvorstellbar. Vor allem für etwas, das als so selten gilt: Diamanten. Solche Mengen des kleinen Edelsteins sollen sich in der Erde verstecken. Das haben US-amerikanische Geologen herausgefunden. 

Mitte Juni veröffentlichen die Wissenschaftler des MIT, dem Massachusetts Institute of Technology, eine Studie in der Zeitung Geochemistry, Geophysics, Geosystems. Darin sprechen sie von der unglaublichen Diamantenmasse, die sich im Inneren unseres Planeten versteckt. Ein unterirdisches Eldorado, das leider unerreichbar ist. Denn laut den Schätzungen liegen die Diamanten 160 Kilometer unter der Erde. So tief kann niemand schürfen. 

Edelsteine in den Tiefen der Erde

Das zeigt, dass der Diamant nicht der seltene Edelstein ist, wie immer angenommen. Eigentlich tritt er sogar ziemlich oft auf“, erklärt Ulrich Faul, der am MIT forscht. „Wir können sie nicht holen, doch trotzdem gibt es viel mehr Diamanten als wir gedacht hätten“, führt der Forscher aus.

Eine Forschungsmethode, die auf seismischen Wellen basiert

Für ihre Entdeckung sind die Geologen nicht zum Erdkern gereist. Sie haben sich ein spezielles, natürliches Phänomen zu Nutze gemacht: Seismische Wellen. Die entstehen bei den tektonischen Aufprallen und transportieren Informationen von Tiefen, die für den Menschen unerreichbar sind, bis an die Erdoberfläche.

„Die Geschwindigkeiten, die wir gemessen haben, sind so groß, dass keine vernünftige Hypothese dafür ausreicht“, erklärt Ulrich Faul. Weiter sagt er : „Wir mussten feststellen, dass es ein Problem gibt. So hat unser Projekt begonnen.“

Ein 3D-Modell gibt Aufklärung

Zunächst haben die Wissenschaftler ein 3D-Modell zu den Fortbewegungsgeschwindigkeiten der Seismischen Wellen durch die Erde geschaffen. Dann haben die Forscher verschiedene Steine in das Modell eingebaut, um exakt die nachgemessenen Geschwindigkeiten nachzumessen.

Ergebnis: Nur ein Stein mit einem Gehalt von 1-2% Diamanten stimmten Simulation und gemessene Geschwindigkeit überein. Mit dieser Proportionen erklärt sich die hohe Geschwindigkeit der Diamanten und zugleich, weshalb beim Aufprall die Erdplatten nicht auseinanderbrechen.

Das ist wie mit Holzstücken, die im Wasser treiben“, erklärt Ulrich Faul. „Wir haben festgestellt, dass man nur 1-2% Diamanten braucht, damit die Erdplatten stabil bleiben und nicht auseinanderbrechen.“

Edelsteine in den Tiefen

So erklärt sich also die Präsenz der Diamanten in der Erde. Dennoch soll mit neuen Forschungen noch einmal bestätigt werden, wie viel Diamanten genau im Inneren unseres Planeten schlummern.

• Carina Levent
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