Nach Freilassung: So scharf schießt Yücel jetzt gegen Merkel
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Nach Freilassung: So scharf schießt Yücel jetzt gegen Merkel

Ein Jahr lang war Deniz Yücel in türkischer Gefangenschaft. Zusammen mit seiner Frau Dilek hat er jetzt sein erstes Interview gegeben. Trotz seiner Freilassung kritisiert er Angela Merkel und ihre Bundesregierung.

Der aus der Haft entlassene deutsch-türkische Journalist hat der Bundesregierung für ihre Unterstützung gedankt, sie aber zugleich für ihre zurückliegende Türkei-Politik kritisiert. „Grundsätzlich denke ich, dass die Regierung von Angela Merkel alle progressiven und demokratischen Kräfte in der Türkei zweimal verraten hat“, sagte Yücel in einem Interview, das in den Zeitungen Die Welt und taz erschien.

Yücel kritisiert insbesondere das kategorische Nein Angela Merkels 2005 zu einer vollwertigen EU-Mitgliedschaft der Türkei. Damit habe sie viele Hoffnungen im Land am Bosporus zunichte gemacht und der demokratischen und rechtsstaatlichen Entwicklung Ankaras nachhaltig geschadet.

Zehn Jahre später, im November 2015, habe die Bundeskanzlerin einen fragwürdigen Deal mit Erdogan abgeschlossen. Sie bat ihn, Flüchtlinge aus der EU, insbesondere aus Griechenland, zurückzunehmen und stellte im Gegenzug die Visumsfreiheit türkischer Staatsbürger für die EU in Aussicht. Damit habe sie indirekt Wahlhilfe geleistet.

Von Fred Eilig
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