Urteil im Prozess: Nicolas Sarkozy muss ins Gefängnis

Der ehemalige Staatschef Nicolas Sarkozy wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Urteil, das seine Zukunft in der Politik zweifelsohne besiegelt.

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Nicolas Sarkozy wurde verurteilt. Das Pariser Strafgericht verkündet am Montag, den 1. März, sein Urteil im sogenannten im Sarkozy-Fall, in den auch sein Freund, der Anwalt Thierry Herzog, und der ehemalige Richter Gilbert Azibert verwickelt sind. Während die Nationale Finanzstaatsanwaltschaft (PNF) vier Jahre Haft, davon zwei auf Bewährung, gegen den ehemaligen Staatschef gefordert hat, wird der Ex-Präsident schließlich zu drei Jahren Haft verurteilt, davon zwei auf Bewährung.

Ende der politischen Karriere?

Diese Entscheidung dürfte die politische Zukunft des ehemaligen Bürgermeisters von Neuilly wohl endgültig besiegeln, denn Nicolas Sarkozy wurde der Korruption und der Einflussnahme für schuldig befunden.

Thierry Herzog und Gilbert Azibert wurden ebenfalls zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, davon ein Jahr im Gefängnis. Ersterer erhält ein fünfjähriges Verbot, als Anwalt zu praktizieren. Nicolas Sarkozy hat zehn Tage Zeit, um gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Schwere Anschuldigungen

Sarkozy wurde während des Prozesses vorgeworfen, über seinen Anwalt Thierry Herzog Informationen über ihn betreffende Gerichtsverfahren von dem ehemaligen hochrangigen Richter Gilbert Azibert erhalten zu haben. Diese Anschuldigungen gehen auf das Jahr 2014 zurück.

Die Auswertung von Telefongesprächen zwischen dem ehemaligen Präsidenten und seinem Anwalt über einen unter der falschen Identität "Paul Bismuth" registrierten Anschluss lässt die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss kommen, dass es einen "Korruptionspakt" zwischen den drei Männern gab.

"Nicolas Sarkozy nutzte seinen Status aus"

Nach der Urteilsverkündung erklärt der Präsident der 32. Kammer des Gerichts, dass die Taten, derer die Verurteilten beschuldigt wurden, "eine entschlossene strafrechtliche Antwort" erfordern. "Nicolas Sarkozy nutzte seinen Status und seine politischen und diplomatischen Beziehungen aus, um einen Richter zu bestechen" heißt es.