Bushido greift ältere Dame wegen Kampf für Frauenrechte an
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Bushido greift ältere Dame wegen Kampf für Frauenrechte an

Ist die deutsche Sprache frauenfeindlich, obwohl Frauen die Mehrheit der Bevölkerung stellen? Diese Ansicht vertreten zahlreiche Feministinnen, die für Gleichberechtigung, auch in der Sprache, kämpfen. Zu ihnen zählt Marlies Krämer, die seit drei Jahrzehnten für die Inhaberin im Personalausweis oder die Kundin auf Formularen der Sparkasse kämpft. Als die Saarländerin in der TV-Runde bei Sandra Maischberger jedoch Bushido künftig als RapperIn mit Binnen-I bezeichnen will, reagiert dieser ziemlich trocken.

Marlies Krämer sorgte kürzlich bundesweit für Aufsehen mit ihrer Klage am BHG. Die Feministin wollte nämlich erreichen, dass ihre Sparkasse sie in Formularen nicht mehr als „Kunde“, sondern als „Kundin“ anspricht: „Wir Frauen sind die Mehrheit der Bevölkerung und kommen in unserer eigenen Muttersprache nicht vor, als gäbe es uns gar nicht“, beklagt die Rentnerin. Seit 30 Jahren kämpft die Saarländerin für die sprachliche Gleichstellung von Frauen. So setzte sie durch, dass in Personalausweisen auch das Wort „Inhaberin“ eingetragen wurde, und erreichte, dass Tiefdruckgebiete nicht nur weibliche, sondern auch männliche Vornamen bekommen.

In der TV-Talk-Runde von Sandra Maischberger verteidigt die 80-Jährige ihre Projekte. Sie setzt sich trotz ihres hohen Alters mit viel Leidenschaft für das generische Femininum ein.

Was ist das generische Femininum?

Ein generisches Maskulinum ist die Verwendung eines maskulinen Substantivs, wenn das Geschlecht der bezeichneten Personen unbekannt oder nicht relevant ist. Damit können Frauen oder Männer gemeint sein. Das Wort „Studenten“ ist beispielsweise in seiner Verwendung ein generisches Maskulinum: Ein maskuliner Begriff bezieht sich im Plural auf eine gemischt-geschlechtliche Gruppe von Personen (die Studenten).

Gelegentlich wird mit der ausschließlichen Benutzung femininer Personenbezeichnungen experimentiert, bei denen es sich allerdings standardsprachlich meist nicht um generische Feminina handelt. Die Universität Leipzig beschloss 2013 die Verwendung allein weiblicher Formen zur Bezeichnung jedweder Personen in der Grundordnung.

In der Talkrunde von Maischberger fantasierte die Moderatorin darüber, dass Bushido und seine Kollegen bald als RapperInnen bezeichnet werden könnten. Er reagierte darauf nur mit Kopfschütteln und Unverständnis.

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Von Fred Eilig
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