Frankreich: Sehbehinderter mit Blindenhund wird aus Supermarkt geworfen
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Frankreich: Sehbehinderter mit Blindenhund wird aus Supermarkt geworfen

Ein Sehbehinderter geht mit seinem Führhund im Supermarkt einkaufen. Plötzlich kommt der Filialleiter auf ihn zu und sorgt für einen Skandal!

In Frankreich sorgte schon das geplante Verbot von Sonderangeboten im Supermarkt für Aufsehen, 2018 sorgt zudem ein Vorfall mit einem Sehbehinderten als Opfer für einen regelrechten Skandal.

Einkaufen mit Blindenhund

Arthur Aumoite ist ein sehbehinderter 25-jähriger Mann. Er will in einem Supermarkt in Marseille (Frankreich) einkaufen. Sein Blindenhund Loya begleitet ihn wie immer. Doch dieses Mal läuft etwas schief: Der Chef des Geschäfts und ein Security-Mann schmeißen den Blinden aus dem Laden.

„Mein Herr, ich muss Hygienebestimmungen einhalten, ich kann keine Tiere in meinem Geschäft zulassen“, sagt der Filialleiter zu Arthur Aumoite, der versucht, ihm zu verstehen zu geben, dass er im Recht ist.

Angestellter bleibt hart

Er zeigt dem Filialleiter einen Gesetzestext, der Blinden- oder Assistenzhunde an öffentlichen Orten zulässt. Dennoch: Der Angestellte bleibt hart und lässt zunächst seinen Hund Loya aus dem Geschäft befördern. Der Hund ist für den Sehbehinderten in seinem gesamten Alltagsleben unerlässlich.

Später erklärt der Betroffene auf Youtube: „Die Situation ist absolut inakzeptabel, die Abweisung, aber vor allem auch die Brutalität“, sagt der Sehbehinderte. Er leide an einer „Erkrankung der Netzhaut im zentralen Sichtbereich“.

Folgen für den Fillialleiter

Die französische Supermarktkette Monoprix hat sich kurze Zeit später in den sozialen Netzwerken für den überaus peinlichen Vorfall entschuldigt. Die Pressesprecher schreiben dort:

Wir möchten uns für diesen Vorfall entschuldigen. Der Chef des Supermarkts hat den jungen Mann am Nachmittag desselben Tages aufgesucht, um ihn um Entschuldigung zu bitten. Zwar sind Tiere aus Hygienegründen nicht in unseren Geschäften erlaubt, aber Blindenhunde bilden da natürlich eine Ausnahme.

Monoprix versichert zudem, dass das Fehlverhalten des Filialleiters nicht folgenlos bleiben wird. Es gebe seit Jahren Fortbildungen zum Thema Behinderung. Der Betroffene, Arthus Aumoite, nimmt die Entschuldigungen zur Kenntnis, erklärt aber auch, dass „es damit nicht getan“ sei. Der Sehbehinderte will Klage einreichen. Und zwar vor allem, damit Fälle wie dieser künftig seltener werden.

Von Pia Karim
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