Bei lebendigem Leibe: Abenteurer lässt sich von Anakonda fressen

Bei lebendigem Leibe: Abenteurer lässt sich von Anakonda fressen

Naturschützer Paul Rosolie dreht eine Schock-Doku für den Discovery Channel. Vor laufender Kamera lässt er sich von einer Anakonda verschlingen - und das für den guten Zweck!

Vielen Menschen jagen Schlangen eine wahnsinnige Angst ein. Allein die Vorstellung, plötzlich von einer Schlange angegriffen zu werden, wie es Jerel Heywood aus Oklahoma passiert ist, lässt einem das Blut gefrieren. Nicht jeder würde so weit gehen, mit einer Schlange im Bett zu schlafen wie mit einer Katze. Oder sich gar von einer Anakonda verschlingen zu lassen...

Für Aufmerksamkeit lässt er sich von Schlange verschlingen

Doch ein Mann hat genau das getan. Die Idee, sich von einer Anakonda, einer der größten Schlangen der Welt, verspeisen zu lassen, stammt vom Amphibien- und Reptilienforscher Paul Rosolie. Er hat sich gefragt, was er tun könnte, um auf die Zerstörung des Amazonaswaldes aufmerksam zu machen:

„Jeder auf der Erde weiß, dass die tropischen Wälder verschwinden und die meisten können Ihnen sagen, wie wichtig sie sind, aber zu wenig Leute achten darauf und erkennen, wie weitreichend dieses Problem wirklich ist“, sagt Rosolie gegenüber Telegraph.

Heftige Kritik

Auch wenn das Ziel lobenswert ist, zieht der Forscher schnell den Zorn vieler Menschen und Tierschutzverbände, darunter PETA, auf sich. PETA findet, die Schlange würde „für Einschaltquoten gequält“. Sie sei als Werbegag gedacht und würde so missbraucht werden: „Anakondas kommen tagelang ohne Nahrung aus und teilen sich ihre Energie gut ein.“

„Diese Schlange zu zwingen, ihre Energie zu nutzen, um diesen Idioten zu schlucken und möglicherweise danach wieder heraufwürgen, würde dieses arme Tier kraftlos zurücklassen und ihm die Energie entziehen, die es braucht“, urteilt PETA in einer Erklärung.

„Lebendig verschlungen“ oder nicht?

Wie von vielen erwartet, hält die Show dann auch nicht, was sie zuvor wochenlang verspricht: Rosolie wird von der Anakonda nicht wirklich verschluckt. Es werden all jene enttäuscht, die erwarten, die Innereien einer Riesenschlange entdecken zu können. 

Tatsächlich zieht Paul Rosolie das Experiments nicht durch und beendet es, als die Anakonda beginnt, ihn zu umschließen: Um der Kraft der Riesenschlange zu standhalten zu können und nicht zu ersticken, haben der Naturforscher und sein Team eine Art Rüstung aus Kohlefaser entwickelt, die mit einem Atmungssystem ausgestattet ist. So gerüstet, nähert sich der Mann der Anakonda, einem Weibchen von sechs Metern Länge, das im Amazonas lebt.

Rosolie unterschätzt Kraft der Schlange 

„Als ich mich der Schlange näherte, versuchte sie nicht sofort, mich zu fressen“, sagt der Amphibienforscher. „Sie versuchte zu fliehen. Und als ich sie ein wenig provozierte, benahm sie sich zunehmend wie ein Raubtier, dann drehte sie sich um und verteidigte sich.“ Aber was dann folgt, überrascht ihn und er kann bis heute nicht verstehen, was in dem Moment geschieht. Der Mann unterschätzt die Kraft des Reptils ganz offensichtlich. 

Das Tier beginnt sich um Rosolie zu schlingen und sich zusammenzuziehen: „Ich fühlte seinen Kiefer auf meinem Helm und ich konnte ein Glucksen und ein Zischen hören“, erklärt er.

Rosolie wird bewegungsunfähig 

Außerdem fühlt er auch, wie die Schlange seinen Arm kräftig umschlingt, sodass er dadurch völlig bewegungsunfähig wird: „Ihre ganze Kraft konzentrierte sich auf meinen Arm, ich spürte, dass meine Hand nicht mehr durchblutet war, dass sich der Knochen zu biegen begann und bald brechen würde.“ 

Nachdem er eine Stunde mit dem Reptil verbringt, bekommt der 30-jährige Naturforscher Panik und ruft um Hilfe: „Leute, ihr müsst kommen.... Ich brauche Hilfe“, hört man ihn in der Dokumentation. Das Team greift schnell ein, um die Schlange zu fangen und Rosolie aus der Umklammerung zu lösen. Dieser ist vom Kampf mit dem Riesen total erschöpft.   

In die Wildnis entlassen

Nach der Show besteht der Naturforscher darauf, dass das Team darauf achtet, die Schlange nicht zu verletzen und dass sie während des Experiments das einzige Lebewesen in Gefahr ist: „Wir haben die Schlange zu nichts gezwungen, wir haben sie nicht dazu gebracht, etwas für sie Ungewöhnliches zu tun“, versichert er gegenüber Telegraph

„Schlangen würgen vieles wieder hoch, wenn sie etwas gefressen haben und wenn ein Raubtier vorbeikommt, müssen sie ihre Beute aufgeben, um zu fliehen“, erklärt er vor der Sendung. Nach dem Experiment sei die Schlange unverletzt entkommen und wird nach der Untersuchung durch einen Tierarzt in die Wildnis entlassen. Rosolie erleidet keine schweren Verletzungen. Aber man ist weit entfernt von Ende gut, alles gut.

Spendenaktion für den Amazonas 

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Obwohl die Discovery-Channel-Show mit einer Spendenaktion zum Schutz des Amazonas verbunden ist, ist nicht sicher, ob es ihr wirklich gelingt, die Botschaft zu vermitteln, auf die der Forscher hofft. Viele Menschen sind enttäuscht und schockiert vom Umgang mit der Schlange und der Dokumentarfilm kann nur wenige überzeugen.

Dennoch bereut Rosolie seine unglaubliche und erschreckende Erfahrung nicht. Er ignoriert seine Kritiker: „Was haben Sie getan, um den Regenwald und seine bedrohten Arten zu schützen?“, sagt er im Interview mit Discovery News. „Verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen“, schließt er.

Sieht euch den Mann, der hinter der heftigen Aktion steckt, in unserem Video an! 

Sarah Kirsch
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