WM-Torjäger erhält Morddrohungen nach Spiel
Nach dem bitteren WM-Aus der norwegischen Mannschaft gegen England überschlagen sich die Emotionen – auf und neben dem Spielfeld. Warum trifft ausgerechnet der Stürmer Alexander Sørloth jetzt eine Welle des Hasses?
Das norwegische Team hat bei dieser Weltmeisterschaft für Furore gesorgt, doch das Drama im Spiel gegen England überschatten nun unschöne Begleiterscheinungen. Die Partie endete am Samstagabend mit einer 1:2-Niederlage nach Verlängerung für Norwegen. Während die Spieler noch um Fassung rangen, platzte eine Lawine aus Kritik und Anfeindungen im Netz los – im Zentrum davon: Alexander Sørloth, 30-jähriger Angreifer und ehemaliger RB Leipzig-Profi.
Sørloths verhängnisvolle Szene und das bittere Nachspiel
Für einen Moment war Norwegen auf dem Weg zur Sensation. Nach der Führung zum 1:0 standen Erling Haaland und Alexander Sørloth in einer Zwei-gegen-zwei-Situation dem englischen Keeper Jordan Pickford und Verteidiger Nico O'Reilly gegenüber. Sørloth hatte den Ball, zögerte den entscheidenden Pass zu lange hinaus und suchte letztlich selbst den Abschluss – die Chance verpuffte. Kurz danach drehte England die Partie und gewann schließlich mit 2:1 nach Verlängerung. Zuvor wurde Norwegen sogar beim Stand von 1:1 der vermeintliche Führungstreffer aberkannt: Nach VAR-Eingriff nahm Schiedsrichter Turpin das Tor zurück – die Debatte um diese knappe Entscheidung währt an.
Für viele Fans richteten sich die Emotionen jedoch fast ausschließlich gegen Sørloth. Die verspielte Gelegenheit und die große Erwartung setzten sich online zu einem Sturm aus Beschimpfungen zusammen, der schnell in blanken Hass umschlug.
Bedrohungen und Schutzlosigkeit: Sørloths Familie spricht offen
Die Grenzen zwischen Kritik und Hetze verschwimmen im Netz immer schneller. Besonders deutlich wurde das nun am Beispiel von Alexander Sørloth: Seine Partnerin Lena Selnes machte auf Instagram öffentlich, dass er direkt nach dem Spiel zahlreiche Hassnachrichten erhielt. Unter den Nachrichten, so Selnes, seien nicht nur Beleidigungen, sondern explizite Morddrohungen und Wünsche nach seinem Tod gewesen – Worte, die niemand verdient hat und die weit über jede sportliche Frustration hinausgehen. Es ist das traurige Nebenprodukt eines großen Fußballabends, den Sørloth so schnell wohl nicht vergessen wird.
Während sich ein Teil der norwegischen Fangemeinde mit dem enttäuschenden Ausscheiden abfinden musste, fasste zumindest ein Mitspieler das Erlebnis positiv zusammen. Erling Haaland, Stürmerstar und selbst an der kritischen Szene beteiligt, zeigte sich nach dem Schlusspfiff emotional:
Das sind die geilsten sechs Wochen gewesen, die ich vielleicht in meinem ganzen Leben gehabt habe. Das war völlig surreal.
Und weiter:
Aber diese mehr als 40 Tage sind so schnell vergangen. Das ist eine Erinnerung fürs Leben.
Worte, die vom Aufbruch und vom Stolz auf die eigene Mannschaft zeugen – aber den Schatten, der sich über Sørloth gelegt hat, nicht einfach vertreiben können.
Von Held zum Sündenbock: Internet prangert, Familie hält zusammen
Spielentscheidende Fehler sind im Fußball keine Seltenheit, doch die Art, wie die Reaktionen auf Sørloth explodierten, zeigt den schwierigen Umgang vieler Fans mit Enttäuschungen. Mit nur 30 Jahren trägt Sørloth plötzlich eine immense Bürde. Besonders in Zeiten ständiger digitaler Erreichbarkeit eskaliert Kritik im Netz blitzschnell – und trifft mitten ins Familienleben.
Die norwegische Mannschaft hatte in den WM-Vereinigungsstaaten viele Herzen erobert und galt als eine der Überraschungen des Turniers. Dass nun persönliche Angriffe solche Ausmaße annehmen, sorgt nicht nur in Norwegen für Debatten. Die sportliche Leistung des Teams gerät so ins Hintertreffen, das Erlebnis selbst bleibt aber für Haaland und Co. ein besonderer Meilenstein ihres Lebens.
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WM 2026: Alexander Sørloth erhält Morddrohungen nach Aus gegen England