Trotz Corona-Überfüllung: Deutsche Krankenhäuser wirtschaften im Minus

Es mag überraschend klingen: Trotz der Corona-Krise und der Überfüllung der Krankenhäuser geht es denen finanziell so schlecht wie seit Jahren nicht mehr! Wir erklären euch dieses Paradox.

Im Jahr 2000 findet die erste Erhebung des "Krankenhaus-Barometers" statt. Dabei handelt es sich um eine jährliche repräsentative Befragung deutscher Krankenhäuser. Im Jahr 2021 sieht diese besonders düster aus, wie dw.com berichtet.

Krankenhäuser schreiben rote Zahlen

60 Prozent der deutschen Krankenhäuser gehen davon aus, dass sie im Jahr 2021 wirtschaftliche Verluste gemacht haben. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Krankenhäuser, die im Minus wirtschaften, verdoppelt, wie die deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) erklärt.

So weit ist es nicht trotz, sondern wegen Corona gekommen. Zum einen hat jedes zweite Krankenhaus mit Personalmangel zu kämpfen. Zum anderen konnten wegen Corona keine oder kaum planbare Operationen durchgeführt werden.

Leerräume und Personalflucht

Stattdessen musste Raum für die potenziellen Covid-Erkrankten freigehalten werden. Da kommt dann noch die Angst vieler möglicher Patient:innen hinzu, ins Krankenhaus zu gehen, da dort die Gefahr zur Ansteckung an Corona lauere, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet.

Doch das größte Problem im Gesundheitswesen ist und bleibt nach wie vor der Personalmangel. Auch da hat Corona alles noch schlimmer gemacht, denn die Krise hat aufgezeigt, wie viel in unserer kapitalistischen Gesellschaft hier falsch läuft. Trotzdem gibt es keine brauchbaren Antworten aus der Politik, stattdessen antworten die Arbeiter:innen selbst: mit einer Personalflucht aus dem Gesundheitswesen.

Wie drastisch sich die Situation im Gesundheitswesen zuspitzt, erfahrt ihr im Video.

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