Karl Lauterbach wird Gesundheitsminister: Seine ersten Worte fallen gewohnt nüchtern aus

(Fast) ganz Deutschland hat es sich gewünscht: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wird nächster Gesundheitsminister. Damit übernimmt ein Mann das Steuer, der seit Beginn eine unbequeme, weil vernunftbetonte Stimme in dieser Pandemie ist.

Jens Spahn hat in dieser Pandemie viele falschen Entscheidungen getroffen: So hat er zum Beispiel das Ende der epidemischen Lage eingeleitet und sich dazu entschieden, den Impfstoff Biontech zu rationieren - und das zum Zeitpunkt der beginnenden Booster-Impfung und als Olaf Scholz verkündet, bis zum Jahresende noch 30 Millionen Impfungen durchzuführen.

Kritisches Zwitschern auf Twitter

Begleitet wurden diese und andere Fehlschritte von Personen der Politik und des Gesundheitswesens, wie etwa auch STIKO-Chef Thomas Mertens, der verkündete, sein eigenes Kind nicht impfen lassen zu wollen, stets vom kritischen Twitter-Gezwitscher von Karl Lauterbach.

Der Epidemiologe spricht seit Beginn der Pandemie unbequeme Wahrheiten aus, auch wenn keiner sie mehr hören möchte. Dass und die Tatsache, dass mit dem SPD-Politiker ein Mann vom Fach das Amt übernimmt, hat ihm zum Herzenswunschkandidaten für viele pandemiemüde Deutsche werden lassen.

"Er wird es"

Das weiß auch der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz und hält sich deswegen bei seiner Verkündung kurz, wie merkur.de berichtet:

Und deshalb haben sich - anders kann man das nicht sagen - bestimmt die meisten Bürger und Bürgerinnen dieses Landes gewünscht, dass der nächste Gesundheitsminister vom Fach ist, das wirklich gut kann und dass er Karl Lauterbach heißt. Er wird es.

Lauterbachs Auftreten nach der Verkündigung fällt gewohnt nüchtern, ja fast schon ernüchternd aus - was in der gegenwärtigen Lage aber auch angebracht ist. Er bedankt sich für die "vielen zustimmenden Worten" aus der Bevölkerung und kommt gleich zur Sache: "Die Pandemie wird länger dauern, als viele denken."

Das hat erstmal gesessen! Doch danach findet der zukünftige Gesundheitsminister doch noch ungewohnt positive Worte und richtet den Blick von der Gegenwart auf die Zukunft! Mehr dazu im Video.

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