Leiche fährt 7 Stunden lang im Zug mit

Ein Drogenabhängiger hat sich in der Toilette eines Regionalzugs eine Überdosis gesetzt und ist an ihr gestorben. Seine Leiche ist dann noch ganze sieben Stunden lang zwischen Offenburg und Basel hin und her gefahren. Jetzt stellt sich die Frage: Wie konnte der Körper so lange unbemerkt bleiben?

Die Vorstellung ist gruselig und traurig zugleich: Ein Drogensüchtiger setzt sich im Zug eine Überdosis und keiner bemerkt seinen Tod. Und das ganze sieben Stunden lang nicht. Wie es passieren konnte, dass die Leiche so lange unbemerkt blieb, ist unklar – zumal die Tür zu der Toilette nicht abgeschlossen war. Die Deutsche Bahn hat sich bisher nicht zu dem Thema geäußert.

Ereignet hat sich der Vorfall am 29. November. Laut Schätzung der Polizei soll der 28-jährige Mann um 13.18 Uhr in Emmendingen in die Regionalbahn Richtung Offenburg zugestiegen sein. Nach Informationen der BZ war der Mann in der psychiatrischen Klinik Emmendingen in Behandlung. Diese macht jedoch nach eigener Aussage grundsätzlich keine Angaben zu Patientenangelegenheiten.

Laut Polizeisprecherin Laura Riske, soll der Mann, kurz nachdem er in den Zug eingestiegen ist, die Toilette betreten und sich die tödliche Dosis gesetzt haben. Erst Stunden später, gegen 20 Uhr, wurde seine Leiche gefunden, nachdem ein Reisender das Bahnpersonal zu Hilfe geholt hatte. Ein Notarzt und die Bundes- und Kriminalpolizei waren vor Ort und untersuchten den Fall. Fremdverschulden sei laut der Behörden allerdings auszuschließen.

Wie es sein kann, dass stundenlang niemand die Leiche bemerkte, ist eine Frage, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht geklärt werden kann. Laut Polizeisprecherin Riske hätten es die Beamten schwer gehabt, die Tür zu öffnen, auch wenn sie nicht abgeschlossen gewesen war – da der Körper des leblosen Mannes dagegen lehnte.

Nach dem Vorfall konnte der Zug seine Fahrt nicht fortsetzen und blockierte das Gleis, bis die Kripo Leiche und Spritze sichergestellt hatte. Riske erklärt, dass die Polizei ihre Ermittlungen nun abgeschlossen und die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft bereits vorgelegt hat.

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