Wenn beim White House Correspondents' Dinner in Washington Promis, Politiker und die Presse aufeinandertreffen, sind glamouröse Roben fast schon Pflicht. Doch diesmal sorgt niemand Geringeres als Jennifer Rauchet, Ehefrau des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth, für ordentlich Gesprächsstoff: Ihr rosa Abendkleid steht im Zentrum eines hitzigen Netz-Dramas. Der Auslöser? Ein Post der jungen Influencerin Ella Devi, der behauptet, Rauchet habe für den edlen Anlass ausgerechnet ein billiges Stück der umstrittenen China-Plattform Temu gewählt. Während sich die USA mit Handelsstreitigkeiten und politischen Spannungen gegenüber China unter Präsident Donald Trump noch weiter ins Visier nehmen, schlägt diese Modeentscheidung plötzlich ganz andere (und ziemlich laute) Wellen, bis hin zu kleinen Scherzen und handfesten Vorwürfen im Netz.
Aufruhr um ein 12-Euro-Kleid vom „Ultra-Fast-Fashion“-Giganten
Jennifer Rauchet erschien zum Dinner in einer unscheinbaren, altrosafarbenen Robe. Die große Frage: Ist dieses Kleid wirklich dasselbe, das Temu als „Evening Party Dress“ für exakt 12,13 Euro (inklusive Versand) online vertreibt? Influencerin Ella Devi postet auf X ein Foto von Rauchet und daneben einen Screenshot aus dem Temu-Shop. Nicht nur optisch wirkt es wie das gleiche Model, sondern auch der Preis erregt Aufmerksamkeit.
„Die Frau von Pete Hegseth trug ein Kleid von Temu zum Weißen Haus-Korrespondenten-Dinner (ich scherze nicht)“, schreibt Devi und entfacht damit einen regelrechten Hype – und nicht etwa Applaus, sondern eine hitzige Debatte.
Die Kombination aus Sparpreis und hochpolitischem Kontext bringt das Netz zum Kochen, denn Temu gilt als Paradebeispiel für „Ultra-Fast-Fashion“ direkt aus China. Die Kontroverse entzündet sich dabei nicht nur am Billigpreis, sondern vor allem daran, dass das Label immer wieder heftiger Kritik, etwa wegen Dumpingpreisen auf Kosten des Handels in den USA und Europa, ausgesetzt ist.
Politisches Pulverfass: Trumps Anti-China-Kurs und die Kleiderfrage
Für viele Nutzer auf Social Media ist es mehr als ein schlichtes Mode-Thema: Die Aufregung trifft auf einen Nährboden aus Missstimmung und Misstrauen gegenüber allem, was von Temu und Co. kommt. Seit Präsident Donald Trump Chinas Handelspolitik kritisiert, ist Mode aus Fernost ein echtes Politikum. In der angespannten politischen Lage wirken scheinbar banale Entscheidungen wie die Kleiderwahl plötzlich wie Statements. Dass Jennifer Rauchet ausgerechnet jetzt ein Temu-Kleid tragen soll, empfinden viele als Affront, mindestens aber als politisch ungeschickt. Denn falls sich der Verdacht bewahrheiten sollte, könnte dies dem Image der Trump-Regierung schaden.
„In einem Klima, das von Misstrauen gegenüber chinesischen Plattformen geprägt ist, reicht manchmal schon ein modisches Detail für einen echten Shitstorm“, urteilte etwa der bekannte Modeblog Diet Prada .
Der noch anmerkt: Bereits zur Vereidigung ihres Mannes habe Rauchet angeblich ein chinesisches Kleid getragen – ein wiederkehrender Stilbruch?
Zwischen Promi-Bling und moralischer Debatte: Wer steckt hinter der Kritik?
Die Diskussion um Rauchets Kleid gewinnt nicht zuletzt durch die Influencerin Ella Devi an Dynamik. Die 18-jährige Amerikanerin ist alles andere als unumstritten. Sie hatte in sozialen Netzwerken eine Kampagne für Zohran Mamdani, den sozialistischen Bürgermeister von New York (34), gestartet und dadurch für Aufsehen gesorgt. Ob ihre aktuellen Mode-Enthüllungen nun tatsächlich Verdachtsmomente oder doch eher gezieltes Aufsehen sind, lässt sich schwer sagen. Klar ist: Jennifer Rauchet selbst schweigt bisher zu den Vorwürfen und ihrem tatsächlichen Bezug zu Temu. Auch Fragen zu möglichen Arbeitsbedingungen und Herkunft des Kleides (Stichwort: Kinderarbeit) bleiben von offizieller Seite unbeantwortet. Fakt bleibt: Selten stand ein unscheinbares Kleid so sehr im Rampenlicht der politischen und sozialen Bühne der USA.
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Beim Korrespondenten-Dinner: Hegseth-Ehefrau sorgt mit Temu-Kleid für Wirbel





