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Veröffentlicht am 14/09/2026 um 15:00 von der Redaktion

„Flächendeckend sind wir nun vertreten“ AfD überrascht bei Wahl in Niedersachsen

Die Kommunalwahl in Niedersachsen hat für Aufsehen gesorgt: Während CDU und SPD verlieren, setzt die AfD zum Höhenflug an. Wer konnte sich durchsetzen – und woran liegt dieses Ergebnis?

Knapp 2 200 Kommunalparlamente in Niedersachsen standen am Wochenende im Fokus. Schon vorab wurde spekuliert, ob die Stimmung im Bund auf die regionale Wahl abfärbt oder ob lokale Persönlichkeiten das Rennen bestimmen. Die Auszählung liefert jetzt eine deutliche Botschaft: Die AfD gewinnt, CDU und SPD schwächeln, die Grünen und die FDP müssen ebenfalls Federn lassen. Das politische Klima in Niedersachsen wirkt spürbar verändert. Stellt sich die Frage: Wie genau verteilen sich die Stimmen, und was passiert bei den Direktwahlen der Bürgermeister und Landräte?

AfD gewinnt kräftig, CDU und SPD verlieren Boden

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kommt die CDU auf 27,2 Prozent. Das sind 4,5 Punkte weniger als zuvor. Die SPD sinkt auf 24,6 Prozent und verliert 5,4 Punkte. Auffällig wird’s aber bei der AfD: Mit 15,9 Prozent fährt sie ein Plus von 11,3 Punkten ein und schiebt sich auf Platz drei. Die Grünen landen bei 14,1 Prozent (Minus 1,8 Punkte), die Linke wächst leicht auf 6,0 Prozent (plus 3,2), und die FDP schafft nur noch 3,7 Prozent, ein Minus von 2,8 Punkten.

Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann (CDU, 51) schafft mit 50,1 Prozent den direkten Wieder-Einzug ins Amt. In Emden wird Tim Kruithoff (49, parteilos) mit 68,7 Prozent bestätigt. Kai Seefried (48, CDU) verteidigt den Landrats-Posten im Landkreis Stade mit 79,3 Prozent. In Hannover muss der grüne Oberbürgermeister Belit Onay mit 45,4 Prozent in die Stichwahl gegen Axel von der Ohe (SPD) mit 21,6 Prozent. Bei der Wahl des Regionspräsidenten: Eva Bender (SPD, 30,6 Prozent) und Oliver Junk (CDU, 22 Prozent) treten in einer weiteren Runde gegeneinander an.

Neue Mehrheiten und AfD auf dem Vormarsch

Der Wahltag liefert für die AfD Grund zur Freude. In Salzgitter holt Patricia Mair für die AfD 25,7 Prozent und zieht gegen Frank Klingebiel (CDU) mit 45,6 Prozent in die Stichwahl ein. In Peine verpasst AfD-Kandidatin Sonja Nilz die Stichwahl – Amtsinhaber Klaus Saemann (SPD) verteidigt mit 51,4 Prozent seine Mehrheit. Ansgar Schledde, Landeschef der Partei, kommentiert das Ergebnis so:

„Flächendeckend sind wir nun in allen Kreistagen und Stadträten der kreisfreien Städte vertreten.”

Die CDU hält sich knapp auf Platz eins, spürt aber den Druck aus Berlin. Sebastian Lechner, Vorsitzender der CDU Niedersachsen:

„Ich glaube, es braucht eine politische Änderung in Berlin. Auch wir haben den Unmut über Berlin gemerkt.”

Olaf Lies, Ministerpräsident von Niedersachsen und SPD-Landeschef, sagt:

„Ich wünsche mir, dass die Wählerinnen und Wähler sich bewusst die Kandidaten vor Ort ansehen. Es ist keine kleine Bundestagswahl, sondern eine echte Persönlichkeitswahl.”

Beide Altparteien müssen ihre Position in Zukunft wohl stärker erklären und verteidigen.

Stichwahlen: Entscheidung verschoben

Viele Chefsessel werden erst in der Stichwahl final vergeben. Die SPD kann mit Thorsten Kornblum in Braunschweig 43,3 Prozent holen; sein Kontrahent Maximilian Pohler (CDU) kommt auf 17,2 Prozent. Auch bei der Wahl des Regionspräsidenten bleibt es spannend: Eva Bender (SPD) und Oliver Junk (CDU) kämpfen ums Finale. Damit bleibt der Wahlausgang für viele Kommunen noch offen – insbesondere deshalb, weil Persönlichkeitswahl und die allgemeine Verunsicherung neue Mehrheiten schaffen. Lokale Köpfe spielen eine immer größere Rolle, doch die Signale an die Parteien in Berlin sind unübersehbar.

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Verwendete Quelle:

AfD rauf, CDU und SPD runter - Das bedeutet die Wahl in Niedersachsen