Wissenschaftler enthüllen, ob Liebe wirklich blind macht
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Wissenschaftler enthüllen, ob Liebe wirklich blind macht

Wir alle kennen den Spruch "Liebe macht blind". Aber lässt sich die rosarote Brille, mit der wir unsere Partnerin zu Beginn einer Beziehung sehen, auch wissenschaftlich Belegen? Hier findet ihr die Antwort darauf.

Es heißt, dass Liebe blind macht und erst die Ehe einem wieder die Augen öffnet. Wissenschaftler verraten uns, was es damit auf sich hat und wie sich das Verliebtsein auf die menschlichen Beziehungen und den Fortbestand unserer Art auswirkt.

Denn wenn wir uns verlieben, dann hat das nicht nur psychologische Auswirkungen. Nein, unser ganzer Organismus ist in Mitleidenschaft gezogen… Und das hat gute Gründe.

Die rosarote Brille

Dass Liebe blind macht, ist nicht nur ein volkstümlicher Glaube, sondern auch eine von der Psychologie anerkannte Tatsache. Verliebte haben tatsächlich eine veränderte Wahrnehmung, nicht nur von ihrem Partner, sondern auch von sich selbst.

Der romantisierte Partner wird nur noch durch die rosarote Brille betrachtet. Seine negativen Seiten und potentiellen Fehler werden ausgeblendet und ignoriert. Nur noch seine Sonnenseiten und Vorzüge kommen in Betracht. Andere attraktive Menschen werden dagegen nicht einmal mehr wahrgenommen.

Studie zur Verzerrung der Wahrnehmung

2010 hat eine Studie ergeben, dass die Verzerrung der Wahrnehmung einen psychologischen Grund hat. Denn dieser Geisteszustand fördert die Beziehung und die Bindung zueinander.

Wissenschaftler haben zwei Gruppen von Männern und Frauen miteinander konfrontiert. Die eine Gruppe war einander abgeneigt. Die andere Gruppe bekam ein Placebo verabreicht, dessen Wirkung angeblich für gegenseitige Anziehung sorgen sollte (was natürlich falsch war). Doch das Placebo wirkte und konditionierte die Gruppe so, dass sich die Gruppenmitglieder zueinander hingezogen fühlten.

Bindung wird gestärkt

Eine andere Theorie hat 2008 behauptet, dass die Illusionen, denen sich Verliebte hingeben auch positive Auswirkungen für dieselben haben. Sie stärken auf längere Sicht nicht nur ihr Selbstbewusstsein (dadurch wirken vergebene Frauen oft attraktiv auf Männer), sondern auch die Paarbindung. Vorausgesetzt ihre Liebe und ihr Verliebtsein dauern fort.

Die Illusion des Verliebtseins unterscheidet zwischen drei Kategorien: dem positiven Selbstbild, dem Optimismus angesichts der gemeinsamen Zukunft und einem übertriebenen Kontrollmechanismus.

Menschliche Evolution

Für die Biologen letztendlich spielt die Liebe vor allem eine Rolle für die menschliche Evolution, denn sowohl die romantische Liebe als auch die Mutterliebe dienen vor allem der Erhaltung und dem Fortbestand unserer Art.

Verliebtes Pärchen mit rosaroter Brille  stock-eye@Getty Images

Den Neurobiologen Andreas Bartels und Semir Zeki nach ist romantische Liebe ein grundlegender biologischer Mechanismus, der uns hilft, langfristige Partnerschaften einzugehen und unsere Kinder groß zu ziehen.

Letzten Endes, was macht es schon, wenn Liebe blind macht. Solange eine Beziehung liebevoll und respektvoll ist und beide Partner glücklich dabei sind, ist das, was sie nicht sehen oder sehen wollen, von geringer Bedeutung.

Von Maximilian Vogel
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