Giftiger Salat: So gelangen schädliche Chemikalien in unser Grünzeug

Es gibt kaum ein Fleckchen Erde mehr, auf dem kein Mikroplastik zu finden ist. Ein Forschungsteam der Universität Wien hat nun Schadstoffe im Salat unter die Lupe genommen.

Salat ist gesund...oder nicht? Pflanzen nehmen auch schädliche Stoffe aus dem Boden auf und speichern sie in ihren Blättern.
© Anna Mardo@Getty Images
Salat ist gesund...oder nicht? Pflanzen nehmen auch schädliche Stoffe aus dem Boden auf und speichern sie in ihren Blättern.

Ein wissenschaftliches Team am Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaft der Universität Wien nimmt etwas ins Visier, was auf den ersten Blick keine Verbindung zu haben scheint. Thilo Hofmann und sein Team untersuchten nämlich die Emissionen von Reifenpartikeln in Bezug auf Salat - mit eher unerfreulichen, beziehungsweise unappetitlichen, Ergebnissen.

Umweltsünde Mikroplastik

Kleinste Plastikartikel befinden sich überall, wo wir sie nicht vermuten würden: In Kosmetikprodukten aus dem Drogeriemarkt, natürlich in Plastikflaschen sowie in unserer Nahrung.

Laut Seawater, einem Unternehmen, das sich um nachhaltige Alternativen für die künftige Fischversorgung bemüht, nehmen wir wöchentlich das Gewicht einer Kreditkarte an Mikroplastik zu uns - nämlich bis zu 5 Gramm. Und zwar durch Wasser, Nahrung und Atemluft.

Doch was genau haben die oben erwähnten Autoreifen jetzt mit Salat zu tun? Nun, auch in diesen ist Mikroplastik vorhanden. Wie heute.at berichtet, werden die schädlichen Partikel

mit dem Wind in die Umwelt geweht und vom Regen in Flüsse und Abwässer geschwemmt. So können die Reifenpartikel auf Ackerböden gelangen.

Das Gift im Salat

Da unser Gemüse ja bekanntlich auf diesen Böden wächst, nimmt es also die Stoffe daraus auf. Um dies genauer zu untersuchen, setzten die Forschenden im Labor den Nährlösungen von Salatpflanzen fünf Chemikalien (nicht alle wurden als schädlich eingestuft) zu, die bei der Reifenherstellung verwendet werden.

Das Ergebnis bringt die Wissenschaftlerin Anya Sherman wie folgt auf den Punkt:

Unsere Messungen zeigten, dass die Salatpflanzen alle von uns untersuchten Verbindungen über die Wurzeln aufnahmen, in die Salatblätter verlagerten und dort anreicherten.

Über die Toxizität der daraus entstandenen Stoffwechselprodukte könne bisher aber noch keine Aussage gemacht werden, zitiert heute.at ein weiteres Mitglied aus Hofmanns Team, Thorsten Hüffer.

Verwendete Quellen:

seawatercubes.de: Mikroplastik

heute.at: Giftige Substanzen aus Autoreifen im Salat gefunden

McDonalds: Welche Produkte verschmutzen die Umwelt am meisten? McDonalds: Welche Produkte verschmutzen die Umwelt am meisten?