Cholesterin: Wie kann man Cholesterinwerte senken? HDL, LDL, Ernährung, Grenzwerte, Behandlung

Was genau ist ein guter und was ein schlechter Cholesterinspiegel? Welche Ursachen gibt es für erhöhte Werte? Welche Behandlung ist die Beste? Was ist das überhaupt? Vorstellung des Problems, was etwa 20% der Bevölkerung betrifft.

Cholesterin: Wie kann man Cholesterinwerte senken? HDL, LDL, Ernährung, Grenzwerte, Behandlung
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Cholesterin: Wie kann man Cholesterinwerte senken? HDL, LDL, Ernährung, Grenzwerte, Behandlung

Was sind Cholesterinwerte? Wofür stehen HDL und LDL?

Laut Definition ist Cholesterin ein Fett, was zu der Familie der Sterole gehört und einen essentiellen Bestandteil der Membran rund um die Zellen ausmacht. Eine weitere Funktion ist außerdem die Hormonproduktion der Genital- und Nebennierendrüsen. Cholesterin setzt sich zu 30 % aus der Ernährung und zu 70% aus der Leber zusammen. Das Fett ist nicht löslich und wird durch sogenannte Lipoproteine in den Organismus transportiert.

Es existieren 2 Formen von Cholesterin: Das Cholesterin LDL (Low Density Lipoproteins) und das Cholesterin HDL (High Density Lipoproteins). Das LDL repräsentiert den Großteil des gesamten Cholesterins im Blut. Es wird auch "schlechtes Cholesterin" genannt, weil es die Tendenz hat, sich auf Arterien festzusetzen und somit zu kardiovaskulären Risiken führen kann. Das HDL wird auch "gutes Cholesterin" genannt, weil es einzig und allein dazu dient, überschüssiges Cholesterin aus dem Blut in Richtung der Leber zu transportieren und somit über die Galle zu eliminieren.

Wie hoch sollte der ideale Cholesterinspiegel sein?

Im Zuge einer Blutabnahme kann der gesamte Cholesterinspiegel, sowie die Anteile des LDL Cholesterins und HDL Cholesterins und deren Verhältnis ermittelt werden. Grenzwerte: Als normaler Cholesterinspiegel gelten Werte von unter oder gleich 2g pro Liter. Beim Mann liegt der gesunde Cholesterinwert für das HDL zwischen 0,4 und 0,65g/L, bei einer Frau zwischen 0,5 und 0,8g/L.

Was das LDL betrifft, so wird der gewünschte Cholesterinwert vom Arzt festgelegt, je nach Herzrisiken und medizinischer Vorgeschichte des Patienten. Nichtdestotrotz gilt ein erhöhtes Risiko für kardiologische Erkrankungen vor, wenn der Wert 1,5 bzw 1,6g/L überschreitet. Wenn der gesamte Cholesterinwert : HDL höher als 5 ist, wird das coronare Risiko mit 20 multipliziert. Beim Mann sollte er kleiner als 5 sein, bei der Frau kleiner als 4,4.

Wenn Cholesterinwert zu hoch: Kardiovaskuläres Risiko

Hyperlipidämie beschreibt einen anormal hohen Fettwert im Blut. bestehend aus Fett, Cholesterin und Triglyceriden. Dieser Überschuss kann zu Verdickung und Verhärtung der Arterien zum Herz beitragen. Als Folge zeigt das Herz mehr und mehr Schwierigkeiten, auf körperliche Anstrengung zu reagieren.

Ein erhöhter Fettwert erhöht außerdem das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln, was eine Verstopfung einer Arterie provozieren kann und somit die Gefahr eines Herzinfarktes erhöht. Kardiovaskuläre Schäden sind die häufigste Todesursache auf unserem Planeten.

Erhöhter Cholesterinspiegel: Ursachen und Risikofaktoren

Das Auftreten einer Hypercholesterinämie (Überschuss an Cholesterin) kann von verschiedenen Faktoren abhängen, die von Person zu Person unterschiedlich sind. Eine gesonderte Rolle spielen somit Alter, Geschlecht, aber auch Vererbung. Allerdings spielt auch vor allem die Ernährung eine sehr essentielle Rolle. Eine Person, die viele Nahrungsmittel mit hohem ungesättigten Fettgehalt, sowie hohem Nahrungsmittelcholesterin zu sich nehmen, sind eher von der Gefahr einer Herzkrankheit betroffen.

Auch Übergewicht kann das Gleichgewicht zwischen gutem und schlechtem Cholesterin zum Kippen bringen. Fettleibigkeit lässt das HDL Cholesterin sinken und das schlechte LDL Cholesterin ansteigen. Das bedeutet nicht, dass dünne Menschen von allen Risiken ausgeschlossen sind, denn einige unter ihnen besitzen eine Leber, die Cholesterin nur langsam verwerten kann.

Diabetes und vor allem der des Typs 2 hat ebenfalls einen negativen Einfluss auf das Verhältnis zwischen gutem und schlechtem Cholesterin. Zusätzlich können Tabakkonsum und Stress den Cholesterinwert ansteigen lassen. Im Fall von Stress hat das Hormon Cortisol einen direkten Einfluss auf Verwertung von Fett und Zucker.

Cholesterin: Symptome für einen zu hohen Wert

Ein Cholesterinüberschuss zeigt sich leider nicht durch spezifische Symptome. Erst wenn die gefährliche Situation bereits eingetreten ist und ein fortgeschrittenes Stadium erreicht wurde, verspüren die Patienten Schmerzen oder Unwohlsein. Zu diesem Zeitpunkt ist es meist bereits zu spät, da es sich nicht mehr um Symptome, sondern um Komplikationen handelt.

Der Überschuss an Cholesterin führt zu Ablagerungen auf der Innenseite der Arterien (Formung eines Atheroms), was eine Angina in der Brust verursachen kann. So können Blutgerinnsel freigesetzt werden, die eine koronale Artherie blockieren (Man spricht von einem Herzinfarkt). Es kann auch eine zerebrale Arterie (Schlaganfall) oder Nierenartherie (Niereninsuffizienz) betroffen sein.

Wie kann man einem hohen Cholesterinspiegel vorbeugen? Welche Behandlung wird eingesetzt?

Die beste Verteidung gegen einen Cholesterinspiegel, der zu hoch ist, ist ein gesunder Lebensstil, eine ausgewogene,cholesterinarme Ernährung, geringer Alkoholkonsum, sowie eine regelmäßige körperliche Akitivität. Als Faustregel gilt: Es ist deutlich einfacher einen hohen Cholesterinspiegel zu vermeiden, als ihn zu heilen.

Im Falle einer schwachen oder wenig fortgeschittenen Hypercholesterinämie reichen wenige Einschränkungen und eine Ernährungsumstellung, um den Cholesterinwert in den Normalbereich zu bringen. Sind die Werte deutlich über dem Normalwert, können Medikamente die natürliche Cholesterin-Produktion der Leber unterbinden oder die Eliminierung des Cholesterins im Blutkreislauf fördern.

Die folgenden Ratschläge und Cholesterinsenker können dazu beitragen, das Risiko für Hypercholesterinämie möglichst gering zu halten:

- Konsumieren Sie vor allem einfach oder mehrfach gesättigte Pflanzenfette (z.B. von Sonnenblume, Mais, Soja, Raps, Nüssen, Oliven, Traubenkernen)

- Vermeiden Sie den Überschuss an tierischen und gesättigten Fettsäuren (Vollmilch, Butter, fettiges Fleisch, Wurst etc.)

- Vermeiden Sie Lebensmittel mit einem hohen Cholesteringehalt, also Eigelbe, Innereien (Leber, Nieren, Gehirn), Creme fraiche, Hummer, Schalentiere, Fischeier also Kaviar.

- Greifen Sie vermehrt zu Fisch, Kalbfleisch, sowie Geflügel mit reichheiltigem Fleisch

- Konsumieren Sie möglichst wenig Alkohol und rauchen Sie garnicht oder wenn nur wenig