See im Hitzesommer: Bälle gegen Dürre erweisen sich als großer Fehler

See im Hitzesommer: Bälle gegen Dürre erweisen sich als großer Fehler

Wissenschaftler haben mit kleinen Plastikbällen einen See „zugedeckt“, damit dessen Wasser nicht verdampft. Doch es gibt ein großes Problem bei dieser Herangehensweise.

Das nennt man wohl einen Flop. Obwohl sie eigentlich ein Wasserreservoir vor der Verdampfung schützen sollten, haben diese kleinen Plastikbälle dem Wasser viel mehr geschadet als gedacht.

2015 ist der Startschuss für die Initiative. 96 Millionen kleine Bälle werden über eine künstliche Wasserfläche bei Los Angeles gegossen. Das Ziel: Millionen Liter Wasser vor der Verdampfung zu retten. Der Plan geht weitgehend auf. 1,7 Millionen Kubikmeter können zwischen August 2015 und März 2017 geschützt werden. Doch was zunächst vielversprechend aussieht, ist auf den zweiten Blick eine schwache Bilanz.

Wie Studienergebnisse zeigen, haben die Entwickler ein bedeutendes Detail ausgeblendet: Die Kosten für die Umwelt, die die Herstellung der Plastikbälle darstellt. Die ökologische Gesamtrechnung stellt den Umweltnutzen des Projekts nämlich mehr als infrage.

Negative Umweltbilanz

Berechnet man das ganze Wasser, das für die Herstellung der Plastikbälle eingesetzt wurde, kommt man auf einen Gesamtverbrauch von 2,9 Millionen Kubikmeter. Also über eine Million Kubikmeter mehr, als durch die Plastikbälle gerettet werden konnte.

Wir sind in der Lage, kurzfristige, technologische Lösungen zu entwickeln. Doch oft übersehen wir die Nebenwirkungen und die langfristigen Folgen unserer Entwicklungen. So haben Ingenieure schon immer Probleme gelöst: Ein Problem lösen und ein neues schaffen“, kritisiert Kaveh Madani, Umweltforscher am Imperial College von London.  

Anderes Problem für die Wissenschaftler: Die Plastikbälle beeinflussen die Wassertemperatur und verändern den Bakterienhaushalt im Wasser. So wird das Leben im Wasser auf desaströse Art und Weise beeinflusst.

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Hoffnung für neue Projekte

Doch auch wenn das Projekt ein Misserfolg war, kommen die Forscher mit Projekten wie diesen der Entwicklung umweltfreundlicher Methoden immer näher. 

Die Bälle als Sonnenschutz sind nicht unbedingt schlecht. Sie können unter Umständen auch eingesetzt werden. Wir wollen nur betonen, dass man auch an die Umweltkosten denken muss, wenn man ein solches Projekt plant“, erklärt Kaveh Madani. Ein Flop, der mit den richtigen Schlüssen trotzdem ein Schritt nach vorne gewesen sein könnte. 

Fred Eilig
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