Schönheitsfilter eines Mannes macht Instagram richtig Ärger

Schönheitsfilter eines Mannes macht Instagram richtig Ärger

Selfies auf Instagram beeinflussen viele Menschen mehr, als ihnen bewusst ist. Vor allem junge Frauen sind oftmals in ständiger Suche nach dem besten Selfie von sich und in welcher Position sie am schönsten aussehen, um mehr Klicks zu bekommen. Mit einem Schönheitsfilter bringt jetzt ein Mann Instagram zum Handeln.

Immer mehr wird sich damit auseinandergesetzt, ob Selfies auf Instagram zu mehr Schönheitsoperationen führen. Denn es ist unverkennbar, dass die sozialen Medien einen Druck auf das eigenen Aussehen ausüben. Ständig wird einem das perfekte Aussehen suggeriert.

Einfluss sozialer Medien auf Plastische Chirurgie

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hat 2017 eine Umfrage gestartet, inwieweit soziale Medien Einfluss auf den Wunsch von Schönheitsoperationen haben. Die Antworten sind erschreckend: 27 Prozent der Ärzte erklären, dass Nachfragen in ihrer Klinik direkt von sozialen Medien beeinflusst sind, 53 Prozent geben an, dass dies zum Teil zutrifft. Nur 20 Prozent verneinen den Einfluss von Instagram und Co. auf die Anfragen ihrer Patienten, wie die Morgenpost berichtet.

Doch noch erschreckender sind die Angaben, die das Ärzteblatt macht. Laut DGÄPC bestätigen 59,1 Prozent der Chirurgen, dass Patienten mit Selfies zu ihnen kommen, die sie mit einem Bildbearbeitungsprogramm verändert haben. Diese "optimierten" Selfies sollen den Ärzten dann als Vorlage dienen. Dabei eifern sie oft auch Stars nach, doch das Ergebnis vieler Promis nach jahrelangen Beauty-OPs ist nicht immer so vorteilhaft.

Phänomen betrifft immer mehr Männer

Doch dieses Phänomen betrifft nicht nur Frauen. Wie Stylebook festhält, sind auch die männlichen Schönheitsideale stets im Wandel. Diese finden jedoch weniger offensichtlich statt, wie die von Frauen, da sie in Werbungen weniger präsent sind. Doch auch Männer werden von anderen Männern inspiriert, sei es der Trend nach Muskeln, Vollbart oder Tattoos.

Die DGÄPC gibt an, dass Männer bei der plastischen und ästhetischen Chirurgie zwar zum Großteil klassische Eingriffe durchführen lassen, wie Augenlidkorrektur und Nasenkorrektur. Doch laut Statistik der DGÄPC stieg der Männeranteil an Patienten im Jahr 2017 von 12,1 Prozent auf 17,5 Prozent an, Tendenz steigend.

Gestörte Selbstwahrnehmung durch Instagram-Filter

Dass die Filter auf Instagram problematisch sind für die Selbstwahrnehmung und das transportierte Schönheitsbild, ist auch Männern bewusst. Mittlerweile können Nutzer mit der App Spark AR Filter auf eigene Faust erstellen. Diese lassen sich dann in der Effekt-Galerie auf Instagram veröffentlichen.

So reagiert auch ein männlicher Influencer auf dieses Problem: Daniel Mooney, ein Instagramer aus Dublin. Sein Filter heißt "FixMe" und zeigt die Linien auf dem Gesicht, die Schönheitschirurgen einsetzen. Dies insbesondere spannend, dass ein Mann ein Problem thematisiert, das prozentmäßig mehr Frauen betrifft, und zeigt, dass es ein Problem einer ganzen Generation ist und nicht nur eines Geschlechtes.

Influencer mit kontroversem "FixMe"-Filter

Mit diesem erschreckenden Filter zeigt er auch die Schwellungen und Rötungen, die der plastische Eingriff hinterlässt. Mit seinem Filter übt er Kritik an den Schönheits-OPs. Doch was als Kritik gemeint ist, wird nicht von jedem so wahrgenommen. Dies zeigt bereits die veränderte Wahrnehmung vieler junger Menschen. Gegenüber der BBC erklärt Daniel Mooney seinen Filter "FixMe":

FixMe sollte immer nur eine Kritik der plastischen Chirurgie sein und zeigen, wie unglamourös der Prozess mit den Markierungen und Prellungen ist. Meine Absicht war es nicht, ein "perfektes" Bild zu zeigen, wie man im Endergebnis sehen kann. Perfektion wird überbewertet.

Der britische Mirror ist auf diesen Filter gestoßen und hat dabei noch einige andere Filter entdeckt, die plastische Chirurgie anzeigen mit Namen wie "Plastics", "Beautiful Face" und "Perfect Face, um nur einige zu nennen.

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Facebook, die Besitzer von Instagram, reagieren auf die Anschuldigungen, dass die Filter einen negativen Einfluss auf junge Nutzer haben können und entfernen die sogenannten Augmented-Reality-Filter.

Ein schlechtes Selbstwertgefühl ist dabei noch das geringste Problem. Der Mirror berichtet von Depression, Selbstverletzung sogar Selbstmordgedanken als Folge dieses gestörten Selbstbildes.

Maximilian Vogel
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