Studie: Mediterrane Ernährung könnte bei einer erektilen Dysfunktion helfen

Die Gefahr einer erektilen Dysfunktion nimmt mit dem Alter zu. Doch anstatt zu Viagra zu greifen, zeigen Studien, dass eine mediterrane Ernährung der Schlüssel sein könnte.

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Das Vorhandensein, die Größe und die "Aktivität" des männlichen Gliedes scheinen zu unserem Selbstwertgefühl und unserer sexuellen Leistungsfähigkeit beizutragen. So ist es nicht verwunderlich, dass die drohende Gefahr einer Erektionsstörung bei vielen Menschen Ängste auslöst.

Häufiger als gedacht

Die erektile Dysfunktion tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf und betrifft 50 bis 55 Prozent der Männer zwischen 40 und 70 Jahren. Mehrere Gründe können hinter Impotenz stecken.

Der Zustand kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, z. B. durch allgemeine Gesundheitsprobleme, Lebensstil, psychologische Probleme und als Nebenwirkung von Medikamenten.

ED wird auch häufig mit Bluthochdruck in Verbindung gebracht, da dieser die Arterien schädigen kann, so dass sie sich verhärten und verengen, was letztlich den Blutfluss zum Penis verringert.

Doch anstatt wie die alten Griechen zu Viagra oder Spanischen Fliegen zu greifen, haben Studien eine viel einfachere Präventionsmaßnahme ermittelt: eine mediterrane Ernährung.

Studie setzt Fokus auf mediterrane Ernährung

Kürzlich wurden auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) Forschungsergebnisse vorgestellt, die den positiven Einfluss einer mediterrane Ernährung auf ED hervorhebt.

Diese Ernährungsweise könnte den Blutdruck und die kardiovaskuläre Gesundheit verbessern und das Risiko von ED verringern. So liefert der Autor der Studie, Athanasios Angelis, folgende Erklärung:

In unserer Studie war der Verzehr einer mediterranen Ernährung mit einer besseren körperlichen Leistungsfähigkeit, gesünderen Arterien und einem besseren Blutfluss, höheren Testosteronwerten und einer besseren Erektionsfähigkeit verbunden.
Es scheint plausibel, dass dieses Ernährungsmuster die Fitness und die Erektionsfähigkeit verbessern kann, indem es die Funktion der Blutgefäße verbessert und den in der Lebensmitte auftretenden Testosteronabfall begrenzt.

Gesunde Ernährungsweise könnte der Schlüssel sein

Die mediterrane Ernährung ist reich an gesunden Fetten wie Nüssen und Olivenöl, Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch und einer begrenzten Menge an Milchprodukten und rotem Fleisch. Diese Ernährungsweise gilt als gesund und wird auch zur Vorbeugung von Demenz empfohlen.

Frühere Studien haben diese Ernährungsweise auch mit einem geringeren Diabetesrisiko und einer längeren Lebenserwartung mit wenigen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit in Verbindung gebracht.

An der Studie, die in der European Society of Cardiology veröffentlicht wurde, nahmen 250 Männer mittleren Alters teil, die sowohl an erektiler Dysfunktion als auch an Bluthochdruck litten.

Probanden wurden hinsichtlich ihrer Ernährung, ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit, ihres Testosteronspiegels, ihrer Gefäßgesundheit und der Intensität ihrer Erektionsstörung untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Einhaltung einer mediterranen Ernährung mit einer besseren Durchblutung, höheren Testosteronwerten, weniger Erektionsstörungen und einer geringeren Schweregrad der Erkrankung verbunden war. Angelis fügt hinzu:

Die Ergebnisse legen nahe, dass die mediterrane Ernährung bei Männern mittleren Alters mit Bluthochdruck und erektiler Dysfunktion eine Rolle bei der Erhaltung verschiedener Parameter der Gefäßgesundheit und der Lebensqualität spielen könnte.

Ärzt:innen helfen weiter

Die Studie zeigt zwar vielversprechende Ergebnisse, sollte aber mit Vorsicht genossen werden, da zwar eine Verbindung zwischen Ernährung und erektiler Dysfunktion bestehen könne, dies aber nicht unbedingt einen kausalen Zusammenhang haben muss.

Eine gesündere Ernährung und regelmäßiger Sport sind in jedem Fall gut für die Gesundheit. Erektionsstörungen hängen jedoch nicht nur mit Blutdruck zusammen, sondern kann durch eine Reihe von Krankheiten verursacht werden.

Wenn also der Verdacht auf Impotenz aufkommt, sollte am besten ein Arzt oder eine Ärztin zu Rate gezogen werden. Über Erektionsstörungen zu sprechen, fällt vielen Männern schwer, da in der Gesellschaft dies schnell ins Lächerliche gezogen oder als Tabu gehandhabt wird.

Ein Großteil der Männer mit ED über 40 versäumt es, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. Oft können ED-Probleme auf die psychische Gesundheit und Beziehungen übergreifen.

Erektionsstörungen sind jedoch weit verbreitet und können ein hilfreicher Indikator für ein größeres Problem sein. Ganz zu schweigen davon, dass diese oft behandelbar sind. Auch mangelnde Zahnhygiene kann der Grund dafür sein...