So hängt der unheimliche "schwarze Pilz" mit dem Coronavirus zusammen
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"Schwarzer Pilz": So hängt die unheimliche Krankheit mit dem Coronavirus zusammen

Während das Coronavirus verheerender denn je in Indien wütet, bereitet vor allem ein "schwarzer Pilz", von dem insbesondere Genesene betroffen sind, den Behörden Sorgen.

Indien ist schwerer als manch ein anderes Land vom Coronavirus betroffen. Nun sorgt ein gefährlicher "schwarzer Pilz" für Angst und Schrecken, da dieser vor allem bei Genesenen auftritt.

Diese auch unter dem Namen "Mukormykose" bekannte Pilzinfektion verbreitet sich gerade in der indischen Bevölkerung und bereitet den Gesundheitsbehörden große Sorgen.

"Wir haben zwei bis drei Fälle pro Woche"

In den letzten zwei Monaten sind in einem Krankenhaus in Mumbai 24 Fälle dieser Pilzinfektion aufgetreten. Normalerweise werden jährlich durchschnittlich lediglich sechs Fälle verzeichnet.

Ein besorgniserregender Anstieg, zumal dieser Pilz 50% der Erkrankten tötet. Parallel zu Corona-Kranken steigen nun auch die Zahlen dieser Pilzinfektion in Indien. Renuka Bradoo vom Krankenhaus in Mumbai erklärt gegenüber dem BBC:

Mittlerweile haben wir zwei bis drei Fälle pro Woche. Das ist ein Alptraum in der Pandemie.

Mukormykose – was ist das?

Doch wie tritt diese Pilzinfektion überhaupt in Erscheinung? Die sogenannte Mukormykose wird durch einen Pilz aus der Klasse der Zygomycetes hervorgerufen.

Von ihr sind in erster Linie immunsupprimierte Personen betroffen. Nach der Candidose und der Aspergillose handelt es sich hierbei um die drittansteckendste Pilzinfektion.

Patienten mit intaktem Immunsystem sind von dieser Infektion nur sehr selten betroffen, die insbesondere im Nacken- und Kopfbereich, dem Gesicht und der Lunge auftritt.

Sobald eine Infektion entdeckt wird, muss der Pilz umgehend operativ entfernt werden, um eine Ausbreitung auf das Gehirn zu verhindern. Viele Betroffenen verlieren zudem ihre Sehfähigkeit.

Sind Covid-Medikamente schuld?

Dem Magazin Le Progrès zufolge haben mit dem "schwarzen Pilz" erkrankten Personen alle eine Gemeinsamkeit: Kurz bevor die Mukormykose bei ihnen auftritt, sind sie von einer Covid-Infektion genesen.

Zudem leiden sie an Diabetes. Einige indische Mediziner sind sich daher sicher, dass die Medikamente zur Behandlung von Covid-19 der Auslöser sind.

Im Verdacht stehen vor allem die Steroide, welche zur Linderung der Lungenentzündung eingesetzt werden. Akshay Nair, Augenchirurg in Mumbai, erklärt gegenüber BBC:

Der Diabetes schwächt die Immunabwehr des Körpers, genau wie das Coronavirus. Die Steroide, die gegen Covid-19 helfen sollen, wirken wie Öl im Feuer.

Vor allem junge Menschen sind von dieser Infektion betroffen. Covid-19 lässt den Blutzuckerspiegel steigen und fördert den Diabetes, wodurch die Betroffenen deutlich anfälliger für die Pilzinfektion sind.

Die einzige Lösung besteht aktuell darin, den Einsatz von Steroiden bei der Covid-19-Therapie so gut wie möglich zu senken, um einer Pilzinfektion vorzubeugen.

Während einige Pilze gut für die Gesundheit sind und sogar heilende Fähigkeiten besitzen, gibt es auch so manche, die es faustdick hinter den Ohren haben und tödlich sind.


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