Mann hat Schmerzen im Hoden: Die Diagnose entsetzt sogar den ArztMann hat Schmerzen im Hoden: Die Diagnose entsetzt sogar den Arzt
Mann hat Schmerzen im Hoden: Die Diagnose entsetzt sogar den Arzt
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Mann hat Schmerzen im Hoden: Die Diagnose entsetzt sogar den Arzt

Ein 38-jähriger Mann geht mit starken Schmerzen im linken Hoden ins Krankenhaus. Dort stellt sich heraus, dass das Leiden des Mannes von einer ganz anderen Krankheit herrührt als zunächst vermutet.

Dass der Hoden ein besonders sensibler Bereich des Mannes ist, ist bekannt. Und dass Schmerzen an dieser Stelle äußerst unangenehm werden können und kein gutes Zeichen sind, auch. Doch mit dieser Diagnose rechnet wohl niemand bei Hodenschmerzen.

In Klinik wegen anhaltender Schmerzen

Mit starken Schmerzen im linken Hoden geht ein 38-jähriger Mann, dessen genaue Identität nicht bekannt ist, in Surrey (England) ins Frimley Park Hospital. Die Schmerzen hat er zu diesem Zeitpunkt bereits seit vier Tagen.

Die Klinikärzte finden eine 5x4 cm große Verdickung und diagnostizieren eine Nebenhodenentzündung, die den Samenleiter angreift. Normalerweise wird diese durch Geschlechtskrankheiten oder Blasen- und Prostataentzündungen hervorgerufen.

Antibiotikum greift nicht

Die Ärzte verschreiben dem Mann ein Breitbandantibiotikum. Doch die Behandlung schlägt nicht an. Also begibt sich der Patient erneut ins Krankenhaus. Sein Verdacht: Hodenkrebs. Doch damit liegt er falsch.

Weil das Antibiotikum versagt, führen die Ärzte neue Untersuchungen durch. Derweil leidet der Mann an Ermüdungserscheinungen, Fieber und Gewichtsverlust. Und die Ärzte erfahren ein weiteres wichtiges Detail: Sechs Monate zuvor ist der Patient in den Sudan gereist.

Pikant daran: Im Sudan hat der Mann einen Cousin besucht, der an Tuberkulose erkrankt ist. Mit dieser neuen Information führen die Ärzte weitere Untersuchungen durch. Und: Sie nehmen eine Entnahme von Hodenflüssigkeit vor.

Endlich Gewissheit

Dieser Test bringt tatsächlich Gewissheit: Der Patient leidet an Urogenitaltuberkulose. Dabei handelt es sich um eine eher seltene Krankheitsform, hervorgerufen durch Bakterien namens Mycobacterium tuberculosis, die in England gerade mal 1,6 Prozent der erfassten Tuberkulosefälle betrifft.

Getty ImagesMeist betrifft Tuberkulose die Lunge. Doch es gibt auch Formen von extrapulmonaler Tuberkulose.

Dennoch ist die Urogenitaltuberkulose die vierthäufigste Form von extrapulmonaler Tuberkulose (d.h. von Tuberkulose, die nicht die Lunge betrifft). Meist sind Männer zwischen 20 und 60 Jahren von dieser ansteckenden Krankheit betroffen, die sich durch Tröpfcheninfektion überträgt, also etwa Husten, Niesen oder Spucke.

Es gilt als schwierig, Urogenitaltuberkulose zu diagnostizieren. Deshalb wird die Krankheit oft nicht rechtzeitig behandelt. Dadurch kann es zu Niereninsuffizienz, Unfruchtbarkeit und anderen Komplikationen kommen. Der 38-jährige Patient in England hat Glück im Unglück: Nach einer sechsmonatigen Behandlung und der Einnahme unterschiedlicher Antibiotika ist er heute wieder gesund.

Von Fred Eilig
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