Krankenschwester warnt vor positiven Corona-Tests nach Impfung

In Großbritannien sind kürzlich zwei Mitarbeiter des Staatlichen Gesundheitsdienstes (NHS) nach ihrer ersten Impfdosis positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es ergeht jetzt eine Warnung an die Öffentlichkeit, dass das Erlangen der Immunität seine Zeit braucht.

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Zwei Mitarbeiter des Staatlichen Gesundheitsdienstes (NHS) treten zur Ermahnung der Öffentlichkeit vor die Presse. Denn trotz ihrer erhaltenen ersten Impfdosis sind sie positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Es braucht Zeit, um Immunität aufzubauen

Eine Krankenschwester, die anonym bleiben möchte, spricht mit dem Liverpool ECHO und teilt mit, dass sie sich mit dem Coronavirus nur drei Tage nach den Erhalt ihrer ersten Impfung angesteckt hat.

Sie stellt allerdings klar sofort, dass dies keine Unwirksamkeit des Impfstoffs bedeutet, sondern vielmehr, dass dessen Wirkung nicht unmittelbar ist und es Zeit braucht, eine Immunität aufzubauen. Die Krankenschwester sagt dem Liverpool ECHO hierzu:

Es ist überaus wichtig, den Impfstoff zu erhalten. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass der Aufbau einer Immunität Zeit braucht und dass deshalb eine einzige Impfung niemanden davor schützt, sich nicht doch mit dem Virus anzustecken.

"Völlig naiv geglaubt, geschützt zu sein"

Eine Sprechstundenhilfe eines Allgemeinmediziners gibt zudem an, sich mit dem Coronavirus noch fast drei Wochen nach ihrer ersten Impfung angesteckt zu haben. Sie gibt zu, "völlig naiv geglaubt" zu haben, "davor geschützt zu sein". Dem Liverpool Echo sagt sie dazu:

Ich habe [die erste Impfung] am 16. Dezember erhalten und bin am 4. Januar positiv getestet worden. Es wird immer betont, dass der Impfstoff einen schweren Krankheitsverlauf verhindert. Bei mir war es dann entweder zu früh nach der Impfung oder es hätte mir sehr viel schlechter gehen können. Jetzt wird das alles besser erklärt, ich habe aber zu dieser Zeit völlig naiv geglaubt, davor geschützt zu sein. Dass aber kein Irrtum aufkommt, ich habe stets alle Schutzmaßnahmen befolgt und war richtig schockiert, als ich am Coronavirus erkrankt bin.

Beide Personen arbeiten für den Southport & Ormskirk Hospitals NHS Trust. Terry Hankin, der Leiter dieser Gesundheitseinrichtung, geht mit der Ermahnung an die Öffentlichkeit, dass es für jeden angebracht ist, geimpft oder nicht, alle Schutzmaßnahmen streng zu befolgen. Hankin erklärt dem Liverpool Echo gegenüber:

Der Impfstoff kann bis zu drei Wochen nach der ersten Impfung benötigen, um einen auch nur geringen Schutz gegen das Virus zu bieten. Es ist somit unverzichtbar, dass unsere Mitmenschen alle verfügbaren Maßnahmen ergreifen, um eine weitere Verbreitung des Virus einzudämmen.
Die Impfung braucht einige Zeit, bevor sie wirksam ist. Karolina Grabowska@Pexels

Ab wann ist der Impfstoff wirksam?

Corona-Impfstoffe sind nicht unmittelbar wirksam. Die zum Erhalt der Wirksamkeit nötige Zeit hängt von dem jeweils verwendeten Impfstoff ab. Die Impfstoffe, die in zwei Impfdosen verabreicht werden, wie die von Pfizer und Moderna, sollen etwa drei Wochen nach der ersten Impfung wirksam sein.

Das bedeutet also, dass man somit immer noch krank werden kann, wenn man mit dem Virus kurz vor oder kurz nach der Impfung in Kontakt kommt. Aber selbst drei Wochen nach der ersten Impfdosis müssen die Geimpften immer noch vorsichtig sein.

Die Impfstoffe von Pfizer und Moderna, die mRNA-Impfstoffe sind, geben eine Wirksamkeit von bis zu 95 Prozent vor. Die Wirksamkeit hängt aber dennoch von der einzelnen Person ab, und diese muss zudem beide Impfdosen erhalten haben.

Nach den von Pfizer an die Food and Drug Administration (FDA) gelieferten Informationen führt der Erhalt allein einer Dosis des Impfstoffs nur zu einer Wirksamkeit von 52,4 Prozent. Eine einzige Dosis des Moderna-Impfstoffs soll andererseits aber schon eine Wirksamkeit von 80,2 Prozent mit sich bringen.

In Großbritannien haben die Gesundheitsbehörden diese Woche öffentlich bekannt gemacht, dass selbst geimpfte Personen das Virus stets weitergeben können. Geimpft oder nicht, ihr müsst also stets alles unternehmen, um zu verhindern, dass sich das Coronavirus weiter ausbreitet.