Covid-19: Kinder ohne Symptome erkranken am gefährlichen PIMS-Syndrom
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Covid-19: Kinder ohne Symptome erkranken am gefährlichen PIMS-Syndrom

Von Alma Feliz

Ist das Coronavirus für Kinder doch gefährlicher, als wir lange Zeit gedacht haben? Das lassen neue Erkenntnisse zum sogenannten PIMS-Syndrom zumindest vermuten.

Kinder sind eher selten vom Coronavirus betroffen und wenn sie sich anstecken, verläuft die Erkrankung meist mild. Wie sich nun herausstellt, entwickeln jedoch gerade Kinder mit asymptomatischem Verlauf anschließend manchmal eine schwere Entzündungsreaktion.

Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome

Dieses Krankheitsbild wird als PIMS (Pediatric inflammatory multisystem syndrome) oder MIS-C (Multisystem Inflammatory Syndrome in Children-) bezeichnet und erinnerte die Experten zunächst stark an das sogenannte Kawasaki-Syndrom.

Schnell kristallisiert sich der Zusammenhang zur vorangegangenen Corona-Infektion heraus, deren Verlauf bei den betroffenen Patienten meist asymptomatisch und durch eine Fehlleitung des Immunsystems zu erklären ist.

Das Herz ist am häufigsten betroffen

PIMS tritt meist zwei bis fünf Wochen nach einer Covid-Infektion mit schweren Entzündungsreaktionen an verschiedenen Organen auf. Hinzu kommen Hautausschläge, Durchfall und hohes Fieber. Besonders häufig ist das Herz der kleinen Patienten betroffen, wie eine Studie aus den USA zeigt.

Die 2.000 untersuchten Kinder leiden meist unter Herzmuskelentzündungen oder Störungen der Herzfunktion. Betroffen sind der Studie zufolge in erster Linie Kinder über 10 Jahren, Kleinkinder bleiben demnach meist verschont.

In den USA wurden bislang 24 Todesfälle durch MIS-C/PIMS identifiziert. Laut der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie gab es hier zu Lande bisher 260 PIMS-Fälle.

Auch bei Corona-untypischen Symptomen ist Vorsicht geboten!

Wie es zu dieser Reaktion des Körpers bei Kindern kommt, ist bisher nicht bekannt. Da die Entzündungserscheinungen dann auftreten, wenn die Antikörperproduktion gegen das Coronavirus am höchsten ist, geht man jedoch davon aus, dass es sich um eine verzögerte immunologische Reaktion handelt.

Zum Glück kann PIMS medikamentös gut behandelt werden. So setzen Ärzte meist Steroide oder Präparate aus Spender-Blutplasma ein, dennoch ist Vorsicht geboten. Dr. Ulrich von Both, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin von der Ludwig-Maximilians-Universität in München, erklärt:

Stellen Eltern fest, dass ihr Kind plötzlich hoch fiebert, zunehmend krank erscheint und sich das Fieber auch nicht senken lässt, sollten sie ihren Kinderarzt aufsuchen und das Kind klinisch beurteilen lassen – auch ganz unabhängig von der Sorge, dass dies eventuell PIMS sein könnte.

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