Dreiste Spendensammler aufgedeckt: So kommt das Rote Kreuz an Gelder
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Dreiste Spendensammler aufgedeckt: So kommt das Rote Kreuz an Gelder

Hat bei euch auch schon mal ein Spendensammler geklingelt und sich nicht mehr abwimmeln lassen? Das "Team Wallraff" geht dieser Angelegenheit undercover nach, um Licht ins Dunkel in die Sache zu bringen.

Kein Zweifel, das Rote Kreuz leistet überall auf der Welt außerordentliche Leistung. So zeigt sich auch während der Corona-Pandemie, wie wichtig diese Einrichtung für die Gesellschaft ist. Da spendet der ein oder andere auch gerne seinen Beitrag.

Aber wusstet ihr, dass Spendensammler meist nicht von der Organisation selbst kommen, sondern von Drittunternehmen beauftragt werden? Und die verfolgen ihre ganz eigenen Methoden zur Erfolgsoptimierung. Auch beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) ist dies der Fall.

Spenden sammeln ist nicht immer leicht, doch es sollte immer korrekt ablaufen.  BrianAJackson@Getty Images

Undercover als Spendensammler

Für die Akquise potenzieller Spender verlässt sich das Rote Kreuz auf den Service der Kober GmbH. Doch wie genau die Mitarbeiter des externen Dienstleisters Spender an Land ziehen, weiß man bei der gemeinnützigen Organisation nicht.

Im Rahmen der RTL-Sendung Team Wallraff heuert Reporter Manuel undercover bei der Kober GmbH als Spendensammler an und lernt, wie effiziente Spenderakquise funktioniert.

Nein gibt’s nicht!

Ein "Nein" vom potenziellen Spender wird nicht akzeptiert, so steht es in den Richtlinien. Erst nach dem dritten Mal darf man lockerlassen. Da die Spendensammler jedoch drei Spender pro Tag gewinnen müssen, damit ihnen nicht der knappe Wochenlohn von 300 Euro gekürzt wird, gehen sie häufig deutlich rabiater vor.

An seinem ersten und einzigen Tag als Spendensammler zieht RTL-Reporter Manuel mit seinem besonders hartnäckigen Mentor los auf Spenderjagd. Das erste "Opfer" ist eine Frau, die immer wieder dankend ablehnt, doch Manuels Mentor gibt erst nach sechs Abfuhren auf.

"Das widerspricht jedem Grundsatz einer ethischen Spendenwerbung"

Im Anschluss an seinen Undercover-Einsatz zeigt Manuel seine heimlich gedrehten Aufnahmen dem Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, Burkhard Wilke, der von dem Vorgehen des Kober-Mitarbeiters entsetzt ist:

Das war nicht nur aufdringlich, das widerspricht jedem Grundsatz einer ethischen Spendenwerbung.

Um ihrem Ruf nicht zu schaden, sollten Organisationen wie das DRK sicherstellen, dass die Arbeitsmethoden ihrer Dienstleister ihren ethischen Vorstellungen, so berichtet Watson.

Und sollte sich die Qualität sowie der Umgang mit potenziellen Spendern nicht bessern, wäre es ratsam, die Zusammenarbeit zu beenden. Kober selbst schweigt bislang noch zu der Angelegenheit.

Von Maximilian Vogel

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