Gefährlicher Trend: Hunderttausende verzichten auf Zweitimpfung mit AstraZeneca

600.000 Briten riskieren, sich mit der Delta-Variante zu infizieren, weil sie willentlich auf die zweite Impfdosis mit AstraZeneca verzichten.

Das Impfprogramm im Vereinigten Königreich schreitet voran, doch gleichzeitig stellen Experten ein zunehmendes Zögern beim Impfen fest - vor allem, wenn es um die Impfung von AstraZeneca geht.

Schlechter ruf von AstraZeneca

Obwohl diese spezielle Marke mit Blutgerinnseln in Verbindung gebracht wurde, haben Mediziner immer wieder betont, dass die Vorteile die Risiken bei weitem überwiegen. Trotzdem sind nicht alle davon überzeugt.

Jüngste Daten der Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (MHRA) haben ergeben, dass etwa 400 000 bis 600 000 Menschen auf die zweite Dosis des Impfstoffs von AstraZeneca verzichtet haben.

Weniger Zweitimpfungen als angenommen

Wie The Independent berichtet, wurden bis zum 18. August 23,9 Millionen Menschen vollständig gegen das Virus geimpft, 24,3 Millionen hatten jedoch Anspruch auf die zweite Dosis - insgesamt 600.000 haben ihren Anspruch auf die zweiten Impfung nicht in Anspruch genommen.

Experten gehen davon aus, dass es mehrere Gründe für die Diskrepanz zwischen den beiden Zahlen gibt. Ein Grund ist, dass die Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen, wie z. B. Blutgerinnung, die Menschen davon abgehalten haben, sich mit AstraZeneca impfen zu lassen.

Keine Lust mehr auf Pandemie

Dr. Dean Eggitt, Allgemeinmediziner in der Oakwood-Klinik für Chirurgie in Doncaster, meint gegenüber The Independent, dass es daran liegen könnte, dass alle die Pandemie satthaben. Er sagte:

Ich glaube, das Land ist von der Pandemie gelangweilt und kehrt zum normalen Leben zurück. Impfungen scheinen für einige Menschen keine Priorität mehr zu haben.

Schlechte Quote

Diese Erkenntnis ist besonders besorgniserregend, wenn man bedenkt, dass eine Dosis des Impfstoffs von AstraZeneca nur etwa 30 bis 35 % Schutz gegen die gefährliche Delta-Variante bietet. Mit einer zweiten Impfung lässt sich der Schutz auf 88 % erhöhen. Azeem Majeed vom Imperial College London erklärt:

Wenn eine beträchtliche Anzahl von Menschen nur eine Dosis erhält - in Kombination mit denjenigen, die keine Dosis erhalten -, besteht für viele Menschen die Gefahr, an der Delta-Variante ernsthaft zu erkranken.

Typische Impfnebenwirkungen

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person durch den Impfstoff von AstraZeneca schwere Nebenwirkungen wie Blutgerinnsel erleidet, ist außerordentlich gering. Ähnlich wie bei anderen Impfstoffen, z. B. von Pfizer und Moderna, werden diejenigen, denen der britische Impfstoff verabreicht wird, höchstwahrscheinlich unter leichten bis mittelschweren Symptomen leiden, darunter ein schmerzender Arm, Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Die britische Nationale Gesundheitsbehörde NHS empfiehlt, einen Arzt aufzusuchen, wenn diese schweren Nebenwirkungen zwischen 4 Tagen und 4 Wochen nach der Impfung auftreten:

  • Anhaltende starke Kopfschmerzen
  • Hautausschläge, die wie Blutergüsse aussehen
  • Blutungen unter der Haut
  • Kurzatmigkeit
  • Schmerzen in der Brust
  • Angeschwollene Beine
  • Kopfschmerzen, begleitet von verschwommenem Sehen
Covid-Erkrankung oder AstraZeneca-Impfung: Gefahr für Experten eindeutig Covid-Erkrankung oder AstraZeneca-Impfung: Gefahr für Experten eindeutig