Für bessere Arbeitsbedingungen: Amazon will Cannabis legalisieren
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Der weltbeste Arbeitgeber: Amazon will Cannabis legalisieren

Amazon will mit der Zeit gehen und für mitarbeiterfreundliche Arbeitsbedingungen sorgen. Dafür setzt der Online-Gigant auf ziemlich überraschende Maßnahmen.

Der Onlinehandel-Gigant Amazon hat sich große Ziele gesteckt. Er ist einer der Hauptprofiteure der Corona-Krise und nun sollen auch die Mitarbeiter auf ihre Kosten kommen.

Schließlich hagelt es in letzter Zeit zunehmend Kritik an den Arbeitsbedingungen. Daher will sich Amazon zum "weltbesten Arbeitgeber" mausern und hat dafür eine eher unkonventionelle Idee.

Cannabis wird mit Alkohol gleichgesetzt

Das Unternehmen setzt sich jetzt öffentlich für die Legalisierung von Cannabis in den USA ein. Das verkündet CEO Dave Clark am Mittwoch, den 2. Juni.

Amazon wolle die Entkriminalisierung von Cannabis in den USA unterstützen und gleichzeitig entspanntere Regeln für den Cannabiskonsum seiner Mitarbeiter durchsetzen.

Der Umgang mit Cannabis solle in Zukunft genauso gehandhabt werden, wie Alkoholkonsum. Drogentests am Arbeitsplatz sind in den USA gang und gäbe, doch Amazon will die Mitarbeiter von nun an nicht mehr auf Cannabis testen.

Für eine bundesweite Legalisierung

In den letzten Jahren hat sich in den USA diesbezüglich bereits einiges getan, weswegen Amazon die Umsetzung des Kurswechsels nicht besonders schwerfallen dürfte.

Während die liberalen Staaten den "Freizeit-Gebrauch" von Cannabis größtenteils freigegeben haben, fordert der Kongress nun die bundesweite Legalisierung. Clark spricht seine Unterstützung aus:

Unser Public Policy Team wird aktiv den Marijuana Opportunity Reinvestment and Expungement Act of 2021 unterstützen - ein Bundesgesetz, das Marihuana auf Bundesebene legalisiert, Vorstrafen löscht und in betroffene Communitys investiert.

Das Unternehmen hoffe, "dass andere Arbeitgeber sich [ihnen] anschließen werden und dass die politischen Entscheidungsträger schnell handeln werden, um dieses Gesetz zu verabschieden".

Auch bezüglich der Umwelt macht Amazon-Chef Jeff Bezos vor Kurzem ein großes Versprechen, weil die Mitarbeiter die Umweltpolitik der Firma kritisiert haben.

Schluss mit Mitarbeiter-Tracking?

Darüber hinaus will Amazon aber nicht nur mithilfe von Cannabis-Konsum bei seinen Mitarbeitern für Entspannung sorgen. Außerdem soll die sogenannte Time-off-Task – Zeit gelockert werden.

Das ist die Zeit, in der Arbeitnehmer inaktiv sind. Amazon beteuert zwar, dass dieses Vorgehen lediglich dazu diene, schlecht geplante Unternehmensprozesse zu identifizieren.

Kritiker wie Verdi glauben allerdings, dass damit auch die Mitarbeiter überwacht werden. Bei diesen sorge die Time-off-Task für Stress und "enormen psychischen Druck".

Um die Mitarbeiter zu entlasten, sollen die Regelungen künftig etwas entschärft werden. Trotz dieser Bemühungen ist es für Amazon wohl noch ein weiter Weg bis zum weltbesten Arbeitgeber.

Inwiefern die Regelung deutsche Mitarbeiter betreffen, ist auch noch nicht klar. Arbeiter etwas besser zu behandeln, wird den Chefs jedenfalls sicher nicht schaden, denen geht es nämlich ganz schön gut.


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