Nach Rassismus-Vorwurf: Apotheke weigert sich, ihren Namen zu ändern
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Nach Rassismus-Vorwurf: Apotheke weigert sich, ihren Namen zu ändern

Die Ausländerbehörde der Stadt Frankfurt will rassistische Namen und Bilder aus dem Stadtbild entfernen. Davon sind auch Apotheken betroffen: Nämlich jene, die den Namen „Mohren-Apotheke“ tragen. Eine Apothekerin setzt sich jetzt für den Erhalt ihrer traditionellen Mohren-Apotheke ein.

Rassismus versus Wiedererkennungwert

Die Mohren-Apotheke Friedberg ist 400 Jahre alt. Jetzt ist sie bedroht – zumindest in ihrem Namen. Doch die Inhaberin Kerstin Podszus wehrt sich gegen die Forderung, den Namen der Apotheke zu ändern. Sie fürchtet um ihre Existenz: Schließlich verbinden ihre Kunden den Namen eng mit der Apotheke. Der Wiedererkennungswert ginge verloren.

Mit Unterschriften gegen die Umbenennung

Um ein Zeichen zu setzen, hat Podszus eine Unterschriftensammlung bei ihren Kunden gestartet. Und von diesen erfährt sie viel Zuspruch: „Im Moment haben wir gigantische positive Rückmeldungen, die Leute sagen: ‚Sie behalten doch Ihren Namen?‘“ Niemand habe sich je über den Namen „Mohren-Apotheke“ beschwert.

Was ist das Problem mit den „Mohren-Apotheken“?

Der Begriff „Mohr“ wurde im 16. Jahrhundert üblich und bezeichnet Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das Wort ist heutzutage veraltet, aber noch immer rassistisch, weil es Menschen im Sinne einer Rassezuschreibung auf die Hautfarbe reduziert. „Mohren-Apotheken“ wollten mit dem Begriff ursprünglich auf Arzneien aus fernen Ländern und damit auf ein besonders breites und hochwertiges Arznei-Angebot verweisen.

Von Fred Eilig
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