Bakterien sollen Lebensmittelallergien heilen: Doch ihre Einnahme ist extrem eklig

Die Wissenschaft hat eine vielversprechende Lösung für unser Volksleiden gefunden. Ein Butyrat produzierendes Bakterium soll in Zukunft Lebensmittelallergien ausmerzen.

Werden wir immer empfindlicher? Laut einer Fachzeitschrift für Allergologie hat die Häufigkeit, mit der wir auf bestimmte Nahrungsmittel reagieren, in den letzten Jahren stark zugenommen. Erdnuss, Hühnerei, Haselnuss und Kuhmilch lösen vor allem bei Kindern Reaktionen aus, wobei Erwachsene eher auf Weizen, Soja, Sellerie und Shrimps reagieren.

Mit Sicherheit spielt auch die zunehmende Diagnostik eine Rolle. Doch seien wir mal ehrlich: Wer hat nicht im Freundes- oder Bekanntenkreis mindestens eine Person, die beim gemeinsamen Essen Abstriche machen muss?

Mächtiges Mikrobiom

Der Fund kommt aus den Laboren der University of Chicago. Der Wissenschaft ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass die kurzkettige Fettsäure Butyrat, auch als Buttersäure bezeichnet, die Darmschleimhaut stärkt und so gegen Entzündungen wirkt. Personen, die wenig Butyrat in ihrer Darmflora aufweisen, können bestimmte Lebensmittel nicht vollständig verdauen und stressen somit ihr Immunsystem.

Die Lösung? Mehr Butyrat im Mikrobiom! Laut Dr, Jeffrey Huddell, einem der führenden Wissenschaftler der Studie, kann die Buttersäure entweder oral oder mittels Fäkaltransplantation in den Darm gelangen. In einem an Mäusen getesteten Experiment kam heraus, dass das entwickelte Mittel die Allergien der Mäuse positiv beeinflusst.

Dieses zugegebenermaßen etwas ekelerregende Verfahren hat allerdings schon bei Krankheiten wie Diabetes und anderen die Darmflora betreffenden Leiden gute Erfolge erzielt.

Der gute Geschmack

Was der Effizienz des Mittels nun noch im Wege steht, ist sein Geschmack. Wer die Pille oral einnehmen würde, müsste bisher mit einem Geschmack von ranziger Butter und Hundefutter rechnen. Die wenigsten sind wohl bereit, sich diesem Weg, oder der alternativen Stuhltransplantation zu stellen.

So arbeitete das Researchteam an einer verträglicheren Version, die den Buttersäuregeschmack maskiert. Mit Erfolg. Auch dieses Mittel half den Mäusen, ihre Allergien zu überwinden.

Es wird allerdings noch einige Zeit dauern, bis es eine Pille für Menschen gibt, die problemlos zu Hause eingenommen werden kann. Doch der eingeschlagene Weg ist vielversprechend und in jedem Fall zukunftsweisend.

Mehr zum Thema:

Neue Studien: Können Probiotika einen schweren Corona-Verlauf verhindern?

Expertin über Sinnhaftigkeit von Darmsanierungen: "Der Darm ist kein verschlammtes Abwasserrohr"

Corona oder doch nur Allergie? So erkennt ihr den Unterschied

Wachsgießen: Die gesunde Alternative zum Bleigießen Wachsgießen: Die gesunde Alternative zum Bleigießen